18.05.2017

Aktie im Fokus: Deutsche Telekom

Ayondo MarketsDeutsche Telekom: Milliardendeal könnte Befreiungsschlag einleiten

So mancher Telekom-Aktionär reibt sich derzeit wohl verwundert die Augen: Zuletzt kletterte der DAX-Wert knapp über die Hochpunkte aus 2015 und ist damit so teuer wie seit 2002 nicht mehr. Die einst unliebsame Tochter T-Mobile US sorgt für reichlich Fantasie.
 

Erinnern Sie sich noch an den 6. März 2000? Damals bezahlten Anleger für eine Telekom-Aktie in der Spitze knapp 105 Euro. Rund zwei Jahre später reichten weniger als 15 Euro, 2012 notierte der Kurs sogar unter acht Euro. Seitdem geht es aber wieder aufwärts, wobei die vergangenen beiden Jahre von einer Seitwärtsbewegung geprägt waren. Die Obergrenze dieser Range verläuft bei rund 17,60 Euro – exakt diese Schwelle hat die Telekom zuletzt knapp übersprungen.
 

Aus Sicht der Charttechnik liegt daher eine explosive Mischung vor: Gegenüber nahezu allen anderen DAX-Werten bietet die Telekom-Aktie noch viel Nachholpotenzial. Mit etwas Glück könnte nun die seit Beginn des Jahrtausends anhaltende Bodenbildungsphase vor dem Abschluss stehen, entsprechend viel Luft besteht nach oben. Mittelfristig lassen sich aus der Höhe der Seitwärtsspanne seit 2015 durchaus Kursziele von 21 Euro rechtfertigen. Da der Wert aktuell zudem auf dem höchsten Niveau seit rund 15 Jahren notiert, spielen Widerstände von damals heute kaum noch eine Rolle.
 

Welche Marken wichtig sind

Voraussetzung für das positive Szenario sind Anschlusskäufe auf dem nun erreichten Niveau. Mit dem jüngsten Anstieg sprang auch das Handelsvolumen an, ein gutes Zeichen. Kurzfristig ist die Aktie mit einem Abstand von rund fünf Prozent zur 21-Tage-Linie leicht überhitzt. Solange die Konsolidierung harmlos ausfällt und der Kurs sich über 17,20/17,30 Euro behauptet, bleibt der Ausbruch intakt. Fällt die Aktie hingegen tiefer zurück, dürften viele Trader aussteigen und eine Rückkehr an die nächsten Unterstützungen bei 16,65 Euro oder sogar 15,80 Euro einleiten.
 

Technisch ist die Ausgangslage somit klar. Als Zünglein an der Waage gilt ein möglicher Verkauf der Telekom-Tochter T-Mobile US. Softbank, dem der viertgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint gehört, hatte bereits 2014 Interesse bekundet. Damals war eine Fusion an den Kartellwächtern gescheitert. Mit der jetzigen US-Regierung werden die Karten neu gemischt. Gerüchten zufolge haben die Japaner zuletzt wieder Kontakt zur Telekom aufgenommen.
 

Verkauft die Telekom ihre Wachstumslokomotive?

T-Mobile US bringt 55 Mrd. Dollar auf die Börsenwaage, die Bonner halten zwei Drittel der Aktien. Inzwischen ist der Amerika-Ableger ein wesentlicher Wachstumsfaktor für die Telekom. T-Mobile US verzeichnet dank einer cleveren Marketing-Strategie enorme Wachstumszahlen. Im ersten Quartal unterschrieben 900.000 Amerikaner einen neuen Mobilfunkvertrag, während Branchenprimus Verizon massiv Nutzer verliert. Voriges Jahr kam jeder zweite Euro des Telekom-Gesamtumsatzes von 73 Mrd. aus den USA. Und auch auf dem Heimatmarkt geht es langsam aufwärts. In den ersten drei Monaten legte die Telekom in Deutschland beim Umsatz und Ergebnis zu.
 

Angesichts der Erfolgswelle, auf der T-Mobile US seit Monaten unterwegs ist, bleibt vorerst offen, ob sich die Bonner überhaupt aus dem lukrativen US-Geschäft zurückziehen. Softbank muss daher vielleicht tiefer in die Tasche greifen oder größere Zugeständnisse machen, um Erfolg zu haben. Von dieser Fantasie und der laufenden Branchenkonsolidierung könnte die Telekom-Aktie weiter profitieren und so auch einen nachhaltigen charttechnischen Ausbruch schaffen. Für Schnäppchenjäger ist der Wert mit einem KGV von 17 allerdings nicht interessant.
 

Autor: Feingold Research





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