03.11.2014

Broker Test - Interview mit Kourosh Khanloo, FXCM, über das neue FXCM-Preismodell

David Ernsting von Broker-Test.de sprach mit Kourosh Khanloo, Forexbroker FXCM, über die Neuerungen im Preismodel bei FXCM, die Auswirkungen für die Kunden und den zukünftigen Marktanteil in Deutschland.
 


Kourosh Khanloo, FXCM

FXCM führt ein neues Preismodell mit niedrigen Spreads und getrennt ausgewiesenen Kommissionen ein. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Kourosh Khanloo: Dieser Schritt ist die konsequente Weiterverfolgung unserer Politik, den Devisenhandel für den Privatanleger so effizient und transparent wie möglich zu gestalten und ihn damit immer mehr dem Markt für institutionelle Investoren anzunähern. Der Kunde bei FXCM muss sich mit unserem neuen Preismodell in Zukunft nun noch weniger Gedanken über die Kosten machen, sein Erfolg hängt einzig und allein von den gehandelten Strategien ab. FXCM überzeugte auch schon in der Vergangenheit durch eine faire und transparente Orderausführung mit dem No-Dealing-Desk-Modell. Dieses in Kombination mit der neuen Gebührenstruktur ist das beste, was es aktuell am deutschen Markt in Sachen Forex-Trading gibt. Zwar kam in den vergangenen Wochen wieder etwas Schwung in den Devisenmarkt, aber gerade in Zeiten niedriger Volatilität, wie wir sie davor einige Monate lang erlebt haben, eröffnet sich für den Trader durch die sehr niedrigen Spreads die Möglichkeit, auch von nur wenig schwankenden Kursen stärker zu profitieren.

Wo liegen die Vorteile für den Kunden?

Kourosh Khanloo: Bisher ließ sich FXCM für seine Leistung mit einem „Mark-Up“ bezahlen. In diesem Modell addiert der No Dealing Desk Broker zum Interbanken-Spread einen Aufschlag, der Kunde zahlt damit immer einen höheren Spread. Er weiß aber nie genau, wie hoch dieser Aufschlag ist. Das ist zwar das Standardverfahren bei vielen Forex-Brokern, unterscheidet sich jedoch stark von anderen Märkten wie Aktien, Futures oder Optionen. Mit der neuen Preisstruktur gibt es nun zwei separate Arten von Kosten, die beim Trading einer Position anfallen, ähnlich zu den vorher erwähnten Märkten. Die Kommission ist auch unabhängig vom jeweiligen Kurs. Durch den Verzicht auf einen Mark-Up bekommt der Trader ein unverfälschtes Bild der Kurse, da er nur noch den Interbanken-Spread sieht. So ergibt sich auch ein klareres Bild in den Charts. Diese bilden nun die echten Kauf- und Verkaufskurse ab, was insbesondere in den unteren Zeiteinheiten eine Rolle spielt.

Was bedeutet das für Ihre bisherigen beiden Orderausführungsvarianten im Forex-Trading, No-Dealing-Desk und Dealing Desk?

Kourosh Khanloo: In Zukunft wird es bei FXCM nur noch ein Kontenmodell geben. Alle Kunden profitieren von der Kombination aus der No-Dealing-Desk-Orderausführung und dem neuen Modell und damit von Interbanken-Spreads zuzüglich einer geringen Kommission, die bei einem Mini-Lot von 1.000 zwischen drei und sechs Cent pro Seite liegt. Der Handel ohne zwischengeschaltetes Dealing-Desk schaltet den bei Market Makern vorhandenen Interessenkonflikt zwischen Broker und Trader vollständig aus. Jeder Kunde handelt anonym, die Liquidität zur Verfügung stellenden Banken haben keinen Einblick in die Stop- und Limit-Kurse unserer Kunden. Alle Aufträge werden zum nächstbesten Kurs ausgeführt, Re-Quotes gibt es bei FXCM nicht. Mehr Transparenz und Fairness geht nicht.   

Welche Auswirkungen hat das auf die Trading-Kosten Ihrer Kunden?

Kourosh Khanloo: Neben der höheren Transparenz sparen die Kunden mit dem neuen Preismodell bares Geld. In den wichtigsten Währungspaaren, zu denen EUR/USD, GBP/USD und USD/JPY gehören, liegen die Kostenvorteile zwischen 40 und fast 60 Prozent zum Beispiel beim meistgehandelten Währungspaar Euro gegen US-Dollar. Lag vorher der Spread bei EUR/USD bei 2,5 Pips inklusive „Mark-Up“, reduziert sich dieser mit dem neuen Modell inklusive der Kommissionen für Kauf und Verkauf der Position auf nur noch knapp einen Pip, was einer tatsächlichen Gesamtkosteneinsparung von 58 Prozent entspricht. Das bedeutet auch, der Trader ist mit einer Position viel schneller im Gewinn, wenn sie sich in seine Richtung entwickelt. Läuft die Position nicht wie erhofft, kann der Stopp-Kurs weiter weg vom Einstieg platziert werden, da die mit einzukalkulierenden Transaktionskosten niedriger ausfallen. Das heißt aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Stopp zur Verlustbegrenzung ausgelöst wird, sinkt. Das bietet dem Trader eine größere Chance, den Trade dann doch noch im Gewinn abzuschließen. Vor allem Trader, die wie zum Beispiel beim Scalping viele kleine und schnelle Gewinne realisieren wollen, profitieren von diesem neuen Preismodell. 

Sie bieten die Möglichkeiten der Umstellung auf das neue System seit 11. September an. Wie ist die Resonanz Ihrer Kunden?

Kourosh Khanloo: Nicht nur die Resonanz unserer bestehenden Kunden ist enorm, auch viele Interessenten, die von dieser Neuerung erfahren haben, haben in den vergangenen drei Wochen ein Konto bei uns eröffnet. Dass bei FXCM der Service, die Handelsplattform und die faire Orderabwicklung einzigartig sind, davon konnte sich die Trading-Community auch aufgrund der vielen in den vergangenen Monaten erhaltenen Auszeichnungen schon mehrfach überzeugen. Lediglich der relativ hohe Spread im Forex-Trading passte nicht in ihre Strategien. Mit dem neuen Preismodell und den zu erwartenden Einsparungen kommen nun viele neue Kunden zu uns, worüber wir uns natürlich sehr freuen. Aus der bestehenden Kundschaft konnten wir bereits schon ein Drittel der Konten umstellen, bevor dann Anfang November alle Konten automatisch umgestellt werden.

Was erhoffen Sie sich von diesem Schritt in Bezug auf den Marktanteil in Deutschland?

Kourosh Khanloo: Wir sind jetzt schon mit der Entwicklung unseres Deutschland-Geschäfts sehr zufrieden, konnten gerade die vergangenen Monate trotz sehr niedriger Volatilität an den Aktien-, aber vor allem an den Devisenmärkten sehr erfolgreich bestreiten. Das Thema Kommissionen und auch Transparenz der Preise spielt bei den Anlegern und Tradern in den wichtigen Umfragen und Studien immer eine sehr große Rolle. Deshalb gehen wir davon aus, dass sich viele, wenn sie jetzt die Konditionen der verschiedenen Broker vergleichen, für uns entscheiden. Gerade die sehr aktiven Kunden, die viele Trades machen und hohe Volumina bewegen, werden von dem neuen Modell profitieren. Aktuell sind wir laut Investment Trends der Broker mit den meisten aktiven Forex-Tradern in Deutschland. Diese Position werden wir weiter ausbauen. Wir sind optimistisch, auch unseren gesamten Marktanteil sowohl für CFDs als auch im Forex-Trading in Richtung Zweistelligkeit in den kommenden Jahren erhöhen zu können.

Noch arbeiten nur sehr wenige Broker hier in Deutschland mit diesem Modell. Denken Sie, dass andere jetzt nachziehen?

Kourosh Khanloo: Ich denke, unser Modell ist das Modell der Zukunft im Forex-Trading. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann andere Broker sich auch für diese Lösung entscheiden werden, weil die Kunden es wollen und auch einfordern werden. Das Problem sind die versteckten Kosten im Spread. Der Kunde möchte immer wissen, was sein Broker verdient, wenn er handelt. Und das ist nur gewährleistet, wenn die Kurse frei von jeglichen Spread-Aufschlägen in der Handelsplattform angezeigt werden und der Kunde diese auch handeln kann. Wurde der Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt, zahlt der Kunde dafür eine Kommission, wie man es von anderen Investments kennt.

Die vergangenen Quartale waren durch eine historisch niedrige Volatilität am Devisenmarkt gekennzeichnet, was auch Sie als Broker zu spüren bekommen haben. Aktuell ist es wieder deutlich spannender, was erwarten Sie hier von den kommenden Monaten?

Kourosh Khanloo: Zugegeben, gerade im vergangenen Jahr, aber auch noch in den ersten Monaten des laufenden Jahres kam nicht nur bei unseren Kunden, sondern auch bei uns ziemliche Langeweile auf. Aber seit dem Sommer hat sich diese Situation zum Glück wieder geändert. Der Devisenmarkt ist und bleibt einer der spannendsten Märkte überhaupt. Unser Research-Team DailyFX um unseren Chef-Marktanalysten Jens Klatt spürt in den täglichen Live-Trading-Webinaren das wieder gestiegene Interesse der Trader für Euro, Dollar und den Japanischen Yen. Die unterschiedliche Geldpolitik der Notenbanken sorgt für nachhaltige Bewegungen und Trends in den entsprechenden Währungen. Mit der richtigen Strategie, aber vor allem Geduld und Disziplin, kann man hier sehr erfolgreich unterwegs sein. Ich erwarte, dass uns diese Spannung in den kommenden Monaten erhalten bleibt. 

Was können wir aus Ihrem Hause noch für Neuerungen in der nächsten Zeit erwarten?

Kourosh Khanloo: Wir bei FXCM arbeiten ständig daran, unsere Produkte sowie die Ausbildungsangebote zu erweitern. Gerade für Trader, die uns für ihre automatisierten Strategien nutzen oder die Strategie des Scalpings verfolgen, bauen wir unsere sehr individuelle Unterstützung mit hochwertigen Services in den kommenden Wochen aus. Außerdem werden wir verstärkt in unsere Software investieren, gerade im CFD-Bereich erwarten unsere Kunden in den nächsten Quartalen Neuigkeiten bei Service und Technologie. Darüber hinaus wird unser Angebot an Analysen, Nachrichten und Daten-Feeds weiter wachsen.


Vielen Dank für das Interview!



 


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