Blei

Blei gehört zur Gruppe der Industriemetalle und hat eine lange Geschichte. Schon zur Zeit der Babylonier hat man Kunstgegenstände und Vasen aus Blei hergestellt und schon in der Bronzezeit wurde Blei zur Erzeugung von eben diesen Bronzen genutzt. Über die Jahrhunderte wurde Blei bei der Herstellung von Wasserrohren, Wasserleitungen und Versorgungsleitungen genutzt.

Blei: Nutzung und Verwendung


Bis zum heutigen Tage liegt Blei nach Aluminium, Kupfer und Zink an der vierten Stelle der Nutzungsmengen. Blei wird vor allem zur Herstellung von Autobatterien verwendet. Blei wird zudem bei der Herstellung von Akkumulatoren genutzt, bei Achsenlagern von Eisenbahnen und für Buchdruckplatten. Obendrein dienen Blei-Kupfer-Legierungen der Ummantelung von Kabeln, Dichtungen, Isolierungen und bei diversen Rohrleitungen. Bei Elektroniklot ist auch noch 38 % Blei enthalten.

Blei steht jedoch bei vielen Industrieanwendungen auf der Verbotsliste wegen akuter Gesundheitsgefährdung (toxikologisch als bedenklich eingestuft). Die Ausnahme in der industriellen Verwendung bilden vor allem die Luft- und Raumfahrt, Sicherheitstechnik, Messtechnik, Bahntechnik, das Militär, die Feuerwehr und die Polizei. In der chemischen Industrie wird Blei vor allem bei Rohrleitungen verwendet, die besonders harte und aggressive Säuren aushalten müssen. Beim Arzt findet man zudem die dicken Bleiplatten, die die Patienten vor den Röntgenstrahlen schützen sollen.

Gab es früher noch zahlreiche Anwendungsgebiete für Blei, so ist durch den fortgeschrittenen Umweltschutz und durch viele Studien im Gesundheitsbereich, der Einsatz von Blei stetig zurückgegangen. Heute werden nahezu 80% der weltweiten Bleiproduktion für Autobatterien verwendet. Durch den enormen Markt, der gerade in China aber auch Indien im Fahrzeugsektor entsteht, gab es in den vergangenen Jahren eine erhöhte Nachfrage aus diesen beiden Ländern und auch dem Rest Asiens.

Blei: Vorkommen und Produktion


Der Rohstoff Blei kommt weltweit in vielen Ländern vor und wurde bis dato in 130 Fundorten nachgewiesen. Die meisten Lagerstätten befinden sich in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Finland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Grönland, Italien, Kanada, Kasachstan, Kirgisistan, Mexiko, der Mongolei, Namibia, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Schweden, Slowenien, Tschechien, der Ukraine, Großbritannien und den USA.

Die größten Vorkommen gibt es in China, Russland, Australien und Kanada. Zwei Drittel des Bleierzes werden in China, Australien und den USA gefördert. Experten schätzen die verbleibenden Ressourcen noch für 42 Jahre ein. Sollte sich die Nachfrage weiter erhöhen und die Weltwirtschaft weiterhin stark wachsen, so könnten die Vorräte bereits in 18 Jahren erschöpft sein.

Die wohl wichtigsten Unternehmen der Branche rund um Blei und dessen Produktion sind Anglesey Mining PLC, Boliden AB, Compania Minera Atacocha S.A., Compania Minera Milpo SA, Compania Minera San Ignacio de Morococha SA, Compania Minera Santa Luisa S.A., Hunan Zhuye Torch Metals Co., Ltd., Independence Lead Mines Company, Maghreb Minerals, Minco PLC, Noranda Income Fund, Padaeng Industry Public Company Limited, Perubar S.A., SCANMINING - Scandinavian Mining AB, Shenzhen Zhongjin Lingnan Nonfemet Company Limited, Sociedad Minera El Brocal S.A., Toho Zinc Co Ltd, Volcan Compania Minera S.A., Western Metals Limited, Young Poong Corporation - viele der Unternhemen sind auch im Geschäft mit Zink stark vertreten.

Blei: Recycling und weitere Produktion


Bei der Produktion ist das Recyling von Blei schon stark vorangeschritten. Ein Land wie z.B. Deutschland steht für nahezu 6% der weltweiten Bleiproduktion ohne selbst große Bleivorkommen zu haben, rein durch Recyling und auch die USA stillen bereits einen Großteil ihres Bedarfs durch Recycling-Blei (Sekundär-Blei). Um die Zahlen sprechen zu lassen. Laut der Datenlage aus dem Jahr 2008 wurden 3,886 Millionen Tonnen Blei in Minen gefördert, 8,725 Millionen Tonnen produziert und 8,706 Tonnen verwendet. Die Zahlen von 2009 und 2010 sind leicht rückläufig.

Preisbildung bei Blei


In den letzten Jahren unterlag der Preis für Blei an der LME starken Schwankungen. Im Oktober 2007 notierte er bei 3.757 US-Dollar je Tonne. Im Dezember 2008 lag der Preis unterhalb von 1.000 US-Dollar bei ca. 873 US-Dollar je Tonne. Mittlerweile hat sich der Preis wieder stark erholt und mit der Konjunkturerholung kam auch der Bleipreis wieder nach oben. Derzeit tendiert der Preis um die Kurse von 2.600 US-Dollar je Tonne.

Eigenschaften von Blei


Blei selbst ist ein sehr weiches Metall und obendrein sehr korrosionsbeständig. Aus diesem Grund wurde es vor allem im Rohrleitungsbau verwendet, bis die Umwelt- und Gesundheitsforschung Blei aus diesem Anwendungsgebiet nahezu verbannte. Auch als Additiv im Benzin wurde es wegen der hohen Klopffestigkeit lange verwendet. Ebenso hier war es der Umweltschutz, der den Trend zum bleifreien Benzin unaufhaltsam nach vorne brachte.

Blei mit dem chemischen Symbol Pb für Plumbum ist ein weiches, leicht blaugraues Schwermetall. Blei oxidiert an der Luft schnell und bildet eine Oxidhaut, die dann eine weitere Oxidation verhindert. Es ist beständig gegen Säuren und bildet z.B. mit Säuren schwerlösliche Salze.

Besonderheiten beim Handel mit Blei


Der Handel mit Blei-Standard-Futures findet an der Warenterminbörse in London (LME) statt, die sogleich der wichtigste Handelsplatz für dieses Industriemetall ist. Die Notierung des Bleikontrakts erfolgt in US-Dollar je Tonne. Der Bleikontrakt (RO LEAD US-DOLLAR 3-Months) wird auf täglicher Basis für jeweils drei Monate eröffnet. Neben dem Blei-Future gibt es auch noch einen Spot-Preis für das Industriemetall für die sofortige Lieferung. Ebenso gibt es längere Terminkontrakte mit einer Laufzeit von bis zu 15 Monaten. Ein Kontrakt (Lot-Size) umfasst 25 Tonnen.

Indikator für die weitere Preisentwicklung sind wie bei anderen Metallen die täglich herausgegebenen Lagerbestände der LME-Lagerhäuser. Dieses Zahlenwerk gibt u.a. Aufschluss über die Warenbewegungen. Hier sollte man als Investor in Blei vor allem in letzer Zeit die Lagerdaten der Metallbörse von Shanghai (China) beachten. Auch außerhalb von Lagern sollen sich Bestände befinden, teils sogar noch nicht einmal beim Zoll registriert. Diese Vorkommnisse sind auch bei Kupfer und Aluminium nicht fremd.

Über die Börse oder aber auch außerbörslich sind Investitionsmöglichkeiten in den Rohstoff Blei in mehreren Varianten denkbar. Zahlreiche Institute geben Anlegern die Möglichkeit neben dem direkten Handel an den Warenterminbörsen auch in Form von Derivaten am Handel teilzunehmen. Dies kann z.B. über Zertifikate, Fonds oder CFDs geschehen.

Generell gilt: Gewinnt die Konjunktur deutlich an Fahrt, so haben auch die Industriemetalle wie Blei Konjunktur und nehmen Fahrt gen Norden auf. Asien verstärkt diesen Trend in den letzten Jahren enorm.

Kontraktspezifikationen von Blei an der LME