03.08.2011

Geldanlage mit zusätzlicher Immobiliensicherheit

Hypothekenpfandbriefe zählen zu den ältesten Anlageprodukten in Deutschland. Schon Friedrich der Große ließ vor mehr als 240 Jahren die gesetzliche Grundlage für die grundschuldbesicherten Wertpapiere schaffen. Seitdem haben sich Pfandbriefe als risikoarme Anlagegattung etabliert. Nicht nur Großanleger wie Banken und Versicherungen, sondern auch private Investoren schätzen sie.

Wie andere Schuldverschreibungen werden auch Pfandbriefe an der Börse gehandelt. Die Papiere sind in der Regel mit einem gleich bleibenden Zinssatz und einer festen Laufzeit ausgestattet. Das bedeutet für den Anleger: Während der Laufzeit kann es durch Veränderungen bei den Marktzinsen zwar zu Kursschwankungen kommen, doch am Ende haben die Anleger gegenüber dem Herausgeber stets einen Anspruch auf die Rückzahlung des vollen Nennwerts der gekauften Papiere.

Verglichen mit herkömmlichen Banken- oder Unternehmensanleihen, bieten Hypothekenpfandbriefe den Anlegern dabei eine zusätzliche Sicherheit: Für die Rückzahlung steht als Schuldner nicht nur die herausgebende Bank gerade. Zusätzlich sichern Grundpfandrechte, die sich die Bank als Sicherheit für die an ihre Kunden ausgegebenen Baufinanzierungskredite in das Grundbuch hat eintragen lassen, die Rückzahlung des Anlagebetrags ab.

Das bedeutet: Würde die Bank pleitegehen, müssten sich die Anleger nicht zusammen mit anderen Anleiheninhabern in die lange Schlange der Gläubiger einreihen. Denn die Pfandbriefe und deren Sicherheiten fallen nicht in die Insolvenzmasse der Bank, sondern werden gesondert verwaltet – und daraus dann auch weiterhin die Forderungen der Pfandbriefinhaber bedient.

Um die Inhaber der Pfandbriefe davor zu schützen, dass die zur Absicherung dienenden Immobilien im Ernstfall nicht werthaltig genug sind, hat der Gesetzgeber strenge Regeln aufgestellt. So darf eine Bank ihre Pfandbriefe nur mit Hypothekenkrediten hinterlegen, deren Höhe einen Betrag von 60 Prozent des Beleihungswertes der Immobilie nicht überschreitet. Damit jederzeit klar ist, welche Sicherheiten für einen Pfandbrief konkret bestehen, werden die Kredite samt den dafür eingetragenen Grundpfandrechten in ein Deckungsregister eingetragen, das ein Treuhänder überwacht.

Fazit: Hypothekenpfandbriefe stellen eine interessante Alternative zu Bundesanleihen und -obligationen dar. Sie bieten bei fast identischer Sicherheit und vergleichbarer Laufzeit meist eine etwas höhere Rendite. Wer einen Verkauf vor der Endfälligkeit der Papiere erwägt, sollte von vornherein auf Jumbo-Pfandbriefe setzen. Diese Emissionen verfügen über ein Volumen von mindestens einer Milliarde Euro. Mindestens fünf Bankinstitute garantieren bei ihnen einen liquiden Handel. Dadurch bekommen Käufer und Verkäufer an der Börse immer faire Preise gestellt.