30.01.2012
FXCM Wochenausblick: US-Dollar eine klassische Shortposition, aber auch eine grundlegend belastete Währung
Grundsätzlicher Ausblick für den US-Dollar: Bearish

Der Dollar wurde in den vergangenen zwei Wochen vernichtend geschlagen. Der 10 Tage währenden Rally des GBP/USD-Kurses, der Erholung des EUR/USD-Kurses um fast 5 % innerhalb der letzten zwei Wochen oder den höchsten AUD/USD-Kursen seit drei Monaten wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Es gibt viele grundlegende Argumente für die Entwicklung der einzelnen Kurse, jedoch ist die einfachste Erklärung grundsätzlich die richtige Erklärung. Der gemeinsame Nenner für all diese Währungspaare ist ein schwacher Greenback. Um den Dollar an sich zu bewerten, können wir uns den Dow Jones FXCM Dollar Index anschauen, dem es nicht gelang, einen neuen Höchstwert seit 12 Monaten zu erreichen und der stattdessen in den letzten zwei Wochen Tiefstände erreichte, die man seit dem 14. November 2011 nicht mehr gesehen hatte. Was verursacht diesen Kurseinbruch?
Die Antwort auf diese Frage wird uns auch bei der Entscheidung helfen, welche Richtung wir einschlagen müssen (und wie schnell). Würden wir die Lage bewerten, indem wir zunächst den wichtigsten fundamentalen Treiber - die zugrundeliegende Risikobereitschaft - untersuchen, so würden wir diesen aufkeimenden bearishen Trend als vorherrschenden Trend bezeichnen, aber wir müssten auch äußerst skeptisch sein, ob er sich durchsetzt. Als Liquiditätsquelle des Marktes ist der Dollar eine Safe-Hafen-Währung, die als letzter Ausweg für Finanzmittel dient, wenn es ernste Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Finanzmärkte im weiteren Sinne gibt. Um den Dollarkurs zu halten, braucht man demnach extreme Bedingungen. Derzeit befindet sich der S&P 500 (mein bevorzugter Marktindex für die grundlegende Stimmung) seit fast sechs Wochen in einer Hausse. Nichtsdestotrotz bewegt sich das Volumen, das hinter dieser Hausse steht (ein Maßstab für die Überzeugung), auf das niedrigste Niveau seit 1999 zu (bei Zugrundelegung eines Dreimonatsdurchschnitts).
Betrachtet man dies im Zusammenhang mit den zunehmenden Anzeichen eines bevorstehenden globalen Konjunkturrückgangs (wenn nicht einer Rezession), einer sich vertiefenden Krise in Europa und den protektionistischen Ansichten der größten Finanzzentren, so ist die Gefahr eines Risikorückgangs hoch. Jedoch weiß der erfahrende Händler, dass das, was geschehen sollte, auf spekulationsabhängigen Märkten häufig von dem, was wirklich geschieht, abweicht. Wir haben deutliche Anzeichen von Schwierigkeiten geschluckt (Herabstufungen in der Euro-Zone, schlechte Erträge im vierten Quartal und weltweit geschwächte Bruttoinlandsprodukte), ohne dass sich das Verhalten in Bezug auf besonders risikoreiche oder schwerfällige Anlagen geändert hat. Um den erfolgreichsten Dollar einbrechen oder mit einer Rally reagieren zu lassen, braucht man einen deutlichen und starken Einfluss auf die Marktstimmung.
Es ist jedoch schwierig, angesichts des sich zusammenbrauenden starken Gegenwinds tatsächlich ein anhaltendes Gefühl der Zuversicht zu schaffen. Ein Schritt in die Richtung weiterer Konjunkturprogramme würde einstweilen als Triebkraft wirken; die Halbwertzeit solcher Programme wird jedoch mit jedem Versuch kürzer. Nichtsdestotrotz steigen die Erwartungen, dass die Federal Reserve der Welt irgendwann zu Beginn des zweiten Quartals ein Quantitative Easing 3 gewähren wird, scheinbar ständig. Solche Bemühungen sind jedoch üblich, wenn die Märkte erheblich unter Druck stehen. Andererseits gibt es viele Gründe, den Verschuldungsgrad zu reduzieren, allein der Wille fehlt. Da es den typischen Auslösern nicht gelingt, die Situation zu ändern, warten wir darauf, dass die spekulative Strömung nachlässt und eine massive Risikoscheu wieder einsetzt.
Das bedeutet, dass wir unsere Erwartungen, dass die typischen Indikatoren der kommenden Woche (wie dem Nonfarm Payrolls Report am Freitag) einen endgültigen Wendepunkt einleiten könnten, nicht zu hoch schrauben sollten. Ein weiterer Treiber des Dollars, der sich immer weiter von den traditionellen Risikotrends abgekoppelt hat, ist der Zustand des Euro, den wir im Blick behalten sollten. Als liquidester Währungspartner des Greenback und als bedeutsamste Gefahr für die globalen Kapitalflüsse kann insbesondere der Euro dem Greenback einen schnellen Anstieg oder ein genaues Gewicht bescheren. Als Auslöser ist er jedoch genauso instabil wie die Risikotrends. Die gemeinsame Rally der Währungen hat gerade den deutlich zunehmenden Anzeichen für eine Baisse widersprochen. Insgesamt sollten wir uns also mit dem bearishen Trend des Dollars nicht allzu wohl fühlen.
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Der Dollar wurde in den vergangenen zwei Wochen vernichtend geschlagen. Der 10 Tage währenden Rally des GBP/USD-Kurses, der Erholung des EUR/USD-Kurses um fast 5 % innerhalb der letzten zwei Wochen oder den höchsten AUD/USD-Kursen seit drei Monaten wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Es gibt viele grundlegende Argumente für die Entwicklung der einzelnen Kurse, jedoch ist die einfachste Erklärung grundsätzlich die richtige Erklärung. Der gemeinsame Nenner für all diese Währungspaare ist ein schwacher Greenback. Um den Dollar an sich zu bewerten, können wir uns den Dow Jones FXCM Dollar Index anschauen, dem es nicht gelang, einen neuen Höchstwert seit 12 Monaten zu erreichen und der stattdessen in den letzten zwei Wochen Tiefstände erreichte, die man seit dem 14. November 2011 nicht mehr gesehen hatte. Was verursacht diesen Kurseinbruch?
Die Antwort auf diese Frage wird uns auch bei der Entscheidung helfen, welche Richtung wir einschlagen müssen (und wie schnell). Würden wir die Lage bewerten, indem wir zunächst den wichtigsten fundamentalen Treiber - die zugrundeliegende Risikobereitschaft - untersuchen, so würden wir diesen aufkeimenden bearishen Trend als vorherrschenden Trend bezeichnen, aber wir müssten auch äußerst skeptisch sein, ob er sich durchsetzt. Als Liquiditätsquelle des Marktes ist der Dollar eine Safe-Hafen-Währung, die als letzter Ausweg für Finanzmittel dient, wenn es ernste Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Finanzmärkte im weiteren Sinne gibt. Um den Dollarkurs zu halten, braucht man demnach extreme Bedingungen. Derzeit befindet sich der S&P 500 (mein bevorzugter Marktindex für die grundlegende Stimmung) seit fast sechs Wochen in einer Hausse. Nichtsdestotrotz bewegt sich das Volumen, das hinter dieser Hausse steht (ein Maßstab für die Überzeugung), auf das niedrigste Niveau seit 1999 zu (bei Zugrundelegung eines Dreimonatsdurchschnitts).
Betrachtet man dies im Zusammenhang mit den zunehmenden Anzeichen eines bevorstehenden globalen Konjunkturrückgangs (wenn nicht einer Rezession), einer sich vertiefenden Krise in Europa und den protektionistischen Ansichten der größten Finanzzentren, so ist die Gefahr eines Risikorückgangs hoch. Jedoch weiß der erfahrende Händler, dass das, was geschehen sollte, auf spekulationsabhängigen Märkten häufig von dem, was wirklich geschieht, abweicht. Wir haben deutliche Anzeichen von Schwierigkeiten geschluckt (Herabstufungen in der Euro-Zone, schlechte Erträge im vierten Quartal und weltweit geschwächte Bruttoinlandsprodukte), ohne dass sich das Verhalten in Bezug auf besonders risikoreiche oder schwerfällige Anlagen geändert hat. Um den erfolgreichsten Dollar einbrechen oder mit einer Rally reagieren zu lassen, braucht man einen deutlichen und starken Einfluss auf die Marktstimmung.
Es ist jedoch schwierig, angesichts des sich zusammenbrauenden starken Gegenwinds tatsächlich ein anhaltendes Gefühl der Zuversicht zu schaffen. Ein Schritt in die Richtung weiterer Konjunkturprogramme würde einstweilen als Triebkraft wirken; die Halbwertzeit solcher Programme wird jedoch mit jedem Versuch kürzer. Nichtsdestotrotz steigen die Erwartungen, dass die Federal Reserve der Welt irgendwann zu Beginn des zweiten Quartals ein Quantitative Easing 3 gewähren wird, scheinbar ständig. Solche Bemühungen sind jedoch üblich, wenn die Märkte erheblich unter Druck stehen. Andererseits gibt es viele Gründe, den Verschuldungsgrad zu reduzieren, allein der Wille fehlt. Da es den typischen Auslösern nicht gelingt, die Situation zu ändern, warten wir darauf, dass die spekulative Strömung nachlässt und eine massive Risikoscheu wieder einsetzt.
Das bedeutet, dass wir unsere Erwartungen, dass die typischen Indikatoren der kommenden Woche (wie dem Nonfarm Payrolls Report am Freitag) einen endgültigen Wendepunkt einleiten könnten, nicht zu hoch schrauben sollten. Ein weiterer Treiber des Dollars, der sich immer weiter von den traditionellen Risikotrends abgekoppelt hat, ist der Zustand des Euro, den wir im Blick behalten sollten. Als liquidester Währungspartner des Greenback und als bedeutsamste Gefahr für die globalen Kapitalflüsse kann insbesondere der Euro dem Greenback einen schnellen Anstieg oder ein genaues Gewicht bescheren. Als Auslöser ist er jedoch genauso instabil wie die Risikotrends. Die gemeinsame Rally der Währungen hat gerade den deutlich zunehmenden Anzeichen für eine Baisse widersprochen. Insgesamt sollten wir uns also mit dem bearishen Trend des Dollars nicht allzu wohl fühlen.
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