27.10.2011

Alternativen zum Schweizer Franken: Singapur-Dollar (Teil 4 von 6)

Devisen Alarm
Im Fokus des vierten Teils unserer Serie "Alternativen zum Schweizer Franken" steht der Singapur-Dollar. Damit betrachten wir neben europäischen und nordamerikanischen Währungen nun auch eine asiatische Währungsalternative zum Schweizer Franken.

Singapur - der Löwen-Staat
Der Singapur-Dollar ist die Währung der in Südostasien gelegenen Republik Singapur. Der auf einer Insel gelegene Stadtstaat ist flächenmäßig das kleinste Land in Südostasien, wirtschaftlich jedoch von großer Bedeutung. So zählt Singapur seit Jahren zu den so genannten Tigerstaaten, jenen asiatischen Volkswirtschaften, die sich durch ein besonders dynamisches Wirtschaftswachstum auszeichnen.

Streng genommen müsste man allerdings statt von einem Tigerstaat von einem Löwenstaat sprechen, denn der aus dem Sanskrit stammende Name "Singapur" lässt sich auf die beiden Wurzeln Singha und Pura zurückführen, was soviel wie Löwe beziehungsweise Stadt bedeutet. Demnach ist der Name Singapur also mit "Löwenstadt" zu übersetzen. Darauf spielt auch der Merlion an, ein löwenköpfiges Fabelwesen mit einem Fischleib, das seit 1964 als eines der Wahrzeichen Singapurs gilt.

Der Singapur-Dollar
Das standardmäßige Währungskürzel für den Singapur-Dollar nach ISO 4217 lautet SGD. Darüber hinaus werden auch die Abkürzungen $ beziehungsweise S$ verwendet. Ein Singapur-Dollar ist - wie auch der US-Dollar oder der Kanadische Dollar - in 100 Cents unterteilt. Allein das "Board of Commissioners of Currency, Singapore" (BCCS) ist berechtigt, Banknoten und Münzen in Singapur-Dollar herauszugeben.

Grundsätzlich ist der SGD eine frei handelbare Währung, die von der Monetary Authority of Singapore überwacht wird. Die Behörde nutzt zur Überwachung unter anderem auch einen Warenkorb mit anderen Währungen, dessen Zusammensetzung jedoch geheim gehalten wird. Dadurch sollen Angriffe von Spekulanten oder das Ausüben von Druck auf den Singapur-Dollar verhindert werden.

Eine Besonderheit besteht darin, dass zum Brunei-Dollar ein festes Wechselkursverhältnis von 1:1 besteht und dass beide Währungen auch im jeweils anderen Land als gültiges Zahlungsmittel akzeptiert werden.

Die Banknoten Singapurs: Orchideen, Vögel, Schiffe und Porträts
Wer mit Bargeld aus Singapur zu tun hat, sollte sich zuvor mit den unterschiedlichen Banknoten-Serien vertraut machen, die bisher erschienen sind und deren Scheine teilweise nebeneinander im Umlauf sind. Die aktuelle Serie ist die so genannte Porträt-Serie, die im Jahr 1999 herausgegeben worden ist. Banknoten der Orchideen- und der Vogelserie sind praktisch nicht mehr im Umlauf, während Scheine aus der Schiffsserie durchaus noch gelegentlich kursieren.

Im Jahr 1990 wurde damit begonnen, die Banknoten aus Papier sukzessive durch solche aus Polymer zu ersetzen. Von der Porträt-Serie existieren Banknoten zu zwei, fünf, zehn, 50, 100 und 1.000 SGD sowie auch eine 10.000-Banknote. Die Verwendung der Letzteren beschränkt sich allerdings vor allem auf von Banken untereinander abgewickelte Transaktionen. Ihren Namen hat die Porträt-Serie daher, dass deren Scheine auf ihrer Vorderseite ein Bildnis von Inche Yusuf bin Ishaq zeigen, der erster Präsident der Republik Singapur war. Die Motive auf der Rückseite spielen auf Themen wie Bildung und Schule, Sport, Kunst, Jugend, Regierung und Wirtschaft an.

SGD-Münzen mit Tier- und Pflanzendarstellungen
Von den Dollar- und Cent-Münzen Singapurs existieren zwei Serien, von denen die erste bereits am 20. November 1967 aufgelegt wurde. Diese Münzen sind mit Tierdarstellungen versehen, während die Münzen der zweiten, in den Jahren 1985 bis 1987 eingeführten Serie florale Motive zeigen. Die Rückseite zeigt in jedem Falle das Wappen von Singapur. Heute werden neben den Ein-Dollar-Münzen nur noch Münzen im Wert von fünf, zehn, 20 und 50 Cent geprägt; die Prägung der 1-Cent-Münzen wurde dagegen 2002 beendet. In der Praxis führt das dazu, dass Preise stets so auf- oder abgerundet werden, dass sich ein durch fünf Cent teilbarer Betrag ergibt.

Singapur - auch wirtschaftlich ein starker "Löwe"
Die "Löwenstadt" Singapur hat international eine weitaus größere wirtschaftliche Bedeutung als man ihrer flächenmäßigen Ausdehnung nach oder auch aufgrund ihrer Einwohnerzahl von nur 4,8 Millionen vermuten würde. Bemerkenswert ist das friedliche Nebeneinander unterschiedlicher Ethnien und Religionen in Singapur. Etwa drei Viertel der Bevölkerung sind Chinesen, weitere größere ethnische Gruppen in Singapur sind Malaien und Inder.

In Singapur leben zudem rund 1,2 Millionen Ausländer, darunter zahlreiche Gastarbeiter. Ein nicht zu unterschätzender internationaler Wettbewerbsvorteil Singapurs ist der verbreitete Gebrauch der englischen Sprache. Neben Malaiisch, der offiziellen Landessprache, Tamil und Chinesisch ist auch das Englische in Singapur als Amtssprache anerkannt. In Singapur gibt es eine große Anzahl englischsprachiger Schulen, und im Geschäftsleben verständigt man sich überwiegend auf Englisch.

Heute gilt Singapur als eine der am meisten deregulierten und privatwirtschaftlich ausgerichteten Volkswirtschaften weltweit. Den Status eines Schwellenlandes hat Singapur innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten definitiv überwunden und stellt sich heute als moderne Volkswirtschaft mit einem signifikanten Industriesektor, vor allem aber mit einem sehr umfassend ausgeprägten Dienstleistungssektor dar.

Singapurs Wirtschaftsstärke macht den Singapur-Dollar SGD interessant
Das wirtschaftliche Gewicht Singapurs hat auch den SGD zu einer für zahlreiche internationale Marktteilnehmer und Investoren interessanten Währung werden lassen. Der Stadtstaat ist einer der wichtigsten Finanzplätze und Börsenstandorte Asiens und spielt zudem auch als Hafenstandort und Warenumschlagplatz eine enorme Rolle in der globalen Wirtschaft. Der Hafen von Singapur ist im weltweiten Vergleich einer der größten und modernsten Häfen.

Seit einigen Jahren ist Singapur intensiv darum bemüht, sich als Standort von Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem Bereich der Biotechnologie zu etablieren. Für Investoren, die sich für den SGD interessieren, ist vor allem auch der relativ ausgeglichene Staatshaushalt und die im internationalen Vergleich konservative Haushaltspolitik Singapurs ein wichtiges Argument.

Währungsalternativen zum Schweizer Franken

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