Börsenlexikon

Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW)

Alle Wertpapierhandelsunternehmen sind seit 1998 verpflichtet, ihre Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften durch Zugehörigkeit zu einer Entschädigungseinrichtung zu sichern. Dies regelt das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAG). Die Bundesanstalt für Finanzdientleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert hierbei den Zulassungsvorgang des jeweiligen Unternehmens und informiert nahezu automatisiert mit einer Mitteilung an die EdW, die dann dann die Mitgliedschaftsunterlagen vorbereitet, die Unterlagen anfordert und den zukünftigen Mitgliedsbeitrag berechnet.
Die Wertpapierhandelsunternehmen entrichten einen jährlichen Beitrag. Dieser Beitrag wird nach Provisionserträgen und nach Erlaubnisumfang auch nach Bruttoerträgen entrichtet, jedoch gedeckelt bei 10% des Jahresüberschusses. Der Mindestbeitrag beträgt 300 EUR.

Die EdW gewährt gemäß der Maßgabe nach dem EAG eine Entschädigung. Ein Entschädigungsfall würde eintreten, wenn ein Mitglied der EdW in finanzielle Schwierigkeiten gerät und nicht mehr in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften gegenüber seinen Kunden zu erfüllen. Die Erfüllung und deren Feststellung des Tatbestandes mit allen Voraussetzungen stellt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fest und veröffentlicht diese Feststellung im Bundesanzeiger. Die Höhe der Entschädigung beträgt pro Gläubiger bis zu 90% seiner Forderungen aus Wertpapiergeschäften (maximal 20.000 Euro).

Derzeit sind der EdW von der BaFin rund 780 Wertpapierhandelsunternehmen zugeordnet.