Deutsche Börsenplätze

Börsenplatz Frankfurt

Der Börsenplatz Frankfurt ist der wichtigste Finanzplatz in Deutschland. Besonders hervorzuheben ist hier die elektronische Börse Xetra, die über 80 Prozent der Handelsumsätze an Aktien in Deutschland auf sich verbuchen kann. Der elektronische Handel hat in den letzten Jahren so sehr an Bedeutung gewonnen, dass der Parketthandel am 23. Mail 2011 auf das Xetra-Handelssystem umgestellt wird. Im Interview mit Rainer Riess erfahren Sie mehr zum Handelsplatz Xetra.

Weiterhin wird Frankfurt als Börsenplatz von der Terminbörse EUREX geprägt. An ihr können Futures und Optionen gehandelt werden. Hier ist beispielsweise der DAX-Future und auch der BUND-Future gelistet. Im Jahr 2008 wurden über 2 Milliarden Kontrakte als Handelsvolumen erfasst. Die EUREX befindet sich zu gleichen Teilen im Besitz der Deutsche Börse AG sowie der SIX Swiss Exchange.

Ein weiteres Joint Venture der Deutsche Börse AG und der SIX Swiss Exchange ist die Derivatebörse Scoach. Hier werden demnach strukturierte Produkte wie Zertifikate und Optionsscheine gehandelt. Der Handel der Produkte läuft ebenfalls vollelektronisch über das Xetra-Handelssystem.

Börse Stuttgart

Nach Frankfurt ist der Börsenplatz Stuttgart der zweitwichtigste in Deutschland. Das geht alleine aus den Umsatzzahlen hervor. 2009 wurden hier insgesamt über 100 Milliarden Euro an Volumen umgesetzt. Führend ist Stuttgart im Bereich der derivativen Wertpapiere, die an der EUWAX gehandelt werden. Hierzu zählen beispielsweise Zertifikate.

Neben der EUWAX gibt es weitere wichtige Börsensegmente. Im Segment Bond-X werden beispielsweise Anleihen gehandelt, bei 4-X speziell ausländische Wertpapiere. Im Mai 2010 startete weiterhin mit Bondm ein neuartiges Segment. Hier können vorrangig mittelständische Unternehmen so genannte Corporate Bonds, zu deutsch Unternehmensanleihen, platzieren und auch gehandelt werden. Weitere Hintergründe zum Börsenplatz Stuttgart erfahren Sie im Interview mit ...

BÖAG Börsen AG - Wertpapierbörsen Hamburg und Hannover

Die BÖAG Börsen AG ist der gemeinsame Betreiber der Wertpapierbörsen in Hamburg und Hannover. In der deutschen Börsenlandschaft spielen beide Börsenplätze als Regionalbörsen eine untergeordnete Rolle. Im Bereich des Fondshandels besitzt die Börsen AG jedoch eine Führungsposition. So betrug der Marktanteil an börslich gehandelten Indexfonds im Jahr 2009 etwa 40 Prozent. Insgesamt nimmt die Börsen AG hinter den Börsen in Frankfurt und Stuttgart der Größe nach den dritten Platz in Deutschland ein.

Berliner Börse

Eine weitere Regionalbörse Deutschlands findet sich in Berlin. Die mit der Börse Bremen bestehende Vereinigung wurde im Jahr 2007 aufgelöst. Während sich der Umsatz im Aktienhandel rückläufig entwickelte, konnte der Umsatz an festverzinslichen Wertpapieren fast verdoppelt werden (bezogen auf die Zahlen von 2008). Der Gesamtumsatz in 2008 betrug 77 Milliarden Euro. Hervorzuheben ist das zur Börse Berlin gehörende Segment Equiduct. Damit können Marktteilnehmer eigene Handelsparameter definieren.

Börse Bremen

Die Bremer Börse war bis ins Jahr 2007 eine weitere deutsche Regionalbörse, die heute jedoch nicht mehr existiert. Gegen den zunehmend elektronisch abgewickelten Handel konnte sich die kleine Bremer Börse dauerhaft nicht behaupten. Das Vermögen der Holding ging übrigens in die Stiftung Bremer Wertpapierbörse über, die heute Wissenschaft, Forschung und Kultur fördert.

Börse Düsseldorf

Die Börse Düsseldorf ist die einzige existente Börse im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Obwohl sie, gemessen am Umsatz, nur eine kleine Rolle im Vergleich zu den anderen Börsen in Deutschland ist, hält sie gerade für Privatanleger besondere Angebote bereit. So können DAX-Werte beispielsweise ohne Spread gehandelt werden und es gibt Fondshandel ohne Ausgabeaufschlag. Außerdem berechnet die Börse Düsseldorf seit September 2007 den Index NRW-MIX. Dieser versammelt die 50 größten börsennotierten Unternehmen Nordrhein-Westfalens, ausgenommen DAX-Werte.

Börse München

Die Börse München gehört zu den kleineren Börsenplätzen in Deutschland. Dennoch ist man auch hier um ein rundes Angebot bemüht. So gibt es das elektronische Handelssystem MAX-ONE, dass ähnlich funktioniert wie Xetra in Frankfurt. Auch in München können Aktien, Renten und Fonds gehandelt werden. Eine besondere Rolle kommt dem Börsensegment M:access zu. Es ist besonders für mittelständische Unternehmen konzipiert. Die gelisteten Unternehmen müssen besonders hohe Transparenzstandards erfüllen.

Tradegate

Die Börse Tradegate ist aktuell die jüngste in Deutschland ansässige Börse. Das eigene Handelssystem TRADEGATE® wickelt ähnlich wie Xetra die Aufträge elektronisch ab. Der Handel an der Tradegate ist in der Regel günstig, da beispielsweise keine Maklergebühren anfallen. Hervorzuheben ist, dass sich die Handelszeiten vollständig über den Zeitraum von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr erstrecken. Tradegate schließt damit zeitgleich mit den Börsen in New York, wo um 16.00 Uhr Ortszeit der Handel endet.

Lang & Schwarz

Lang & Schwarz bietet den börslichen und außerbörslichen Handel von Aktien an. Damit können direkt mit Lang & Schwarz Aktiengeschäfte abgewickelt werden. Dabei stellt Lang & Schwarz eigene Kurse. Indirekt kann man Lang & Schwarz wie eine Börse verstehen, an welcher man jedoch nicht mit anderen Teilnehmern handelt, sondern Lang & Schwarz selbst Kurse stellt. Die Preise der Papiere orientieren sich am allgemeinen Marktpreis. Mit Lang & Schwarz kann zudem auch samstags und sonntags gehandelt werden.


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