17.07.2017

Aktie im Fokus: SAP SE – Deutschlands Börsenwert Nr. 1

LYNX BrokerDas deutsche Unternehmen „SAP SE“ (ISIN: DE0007164600 – Symbol: SAP (IBIS) – Währung: Euro (EUR)) ist der weltweit größte Anbieter von Unternehmenssoftware für Firmen jeder Größe und Branche. SAP-Produkte vernetzen Menschen und Unternehmensbereiche. Ob vom Back Office bis zur Vorstandsetage, vom Warenlager bis ins Regal oder vom Desktop bis zum mobilen Endgerät.

Das Softwareunternehmen verweist auf rund 350.000 Kunden aus der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft.

SAP wurde 1972 von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern gegründet und das Firmenkürzel steht für „Systemanalyse und Programmentwicklung“.

Schon im Gründungsjahr beschäftigte SAP neun Mitarbeiter und im Jahr 1977 wählte man den Unternehmenssitz in Walldorf (Baden-Württemberg), wo das Unternehmen bis heute ansässig ist. SAP wuchs weiter und hatte zehn Jahre später 100 Mitarbeiter. 1988, zum Zeitpunkt des Börsengangs, hatte das Unternehmen bereits 940 Mitarbeiter und konnte mit Dow Chemical seinen tausendsten Kunden gewinnen.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich SAP immer weiter und war nach und nach auf allen Kontinenten vertreten. Im Jahr 1995 wurde die SAP-Aktie in den DAX aufgenommen und 1998 folgte die Börseneinführung an der New Yorker Börse (NYSE).

Die SAP SE wird von Bill McDermott (CEO) und seinen Kollegen Robert Enslin, Adaire Fox-Martin, Michael Kleinemeier, Bernd Leukert, Jennifer Morgan, Luka Mucic und Stefan Ries geleitet. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist der Unternehmens-Mitbegründer Hasso Plattner.
 

Heute ist SAP eine feste Größe im Deutschen Aktienindex und zählte als Deutschlands Börsenwert Nummer eins. Die Walldorfer haben die höchste Marktkapitalisierung – Ende 2016 lag diese bei 101,7 Mrd. Euro – vorzuweisen und lassen BASF, Bayer und Siemens hinter sich.

Im internationalen Vergleich mit den weltweiten Top-100 landet SAP gemäß einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) allerdings bloß auf Platz 56. Ein trauriges Ergebnis für den Industrie- und vor allem Kapitalstandort Deutschland.
 

Konzernbereiche eines Weltkonzerns

Die Produkte von SAP sprechen für sich. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Unternehmen zu einem Unternehmenssoftware-Spezialisten, welche in die folgenden Konzern-Bereiche zu untergliedern ist:
 

  • ERP und digitaler Kern (SAP S/4HANA und ERP für große, mittelständische und Kleinunternehmen)

  • Cloud- und Datenplattformen (SAP-Cloud-Plattformen, SAP-HANA-Plattformen und Datenbanken, Data Warehousing, Big Data, Enterprise Information Management (EIM) sowie Anwendungsplattformen und Infrastruktur)

  • Beschaffung und Netzwerke (Lieferantenmanagement, strategischer Einkauf, indirekte Beschaffung, Dienstleistungsbeschaffung und externe Mitarbeiter sowie Verkauf und Auftragsabwicklung)

  • Analyselösungen (Business Intelligence, Enterprise Performance Management und vorausschauende Analysen)

  • IoT und digitale Logistikkette (Logistik, Internet der Dinge, Fertigung, Forschung & Entwicklung und Konstruktion sowie Anlagenmanagement)

  • Personalwesen (HR-Kernfuktionen und Gehaltsabrechnung, Zeiterfassung- du Anwesenheitsmanagement, Recruiting und Einarbeitung, Lernen und Entwicklung, Leistung und Vergütung, Cross-Suite-Produkte)

  • Finanzwesen (Governance, Risikomanagement, Compliance, Finanzplanung und Finanzanalyse, Buchführung und Finanzabschluss, Treasury-Management, Forderungen und Verbindlichkeiten, Immobilienverwaltung sowie Reisekosten)


SAP kann für all diese Bereiche Softwarelösungen anbieten.
 

SAP liefert branchenübergreifende Lösungen

SAP bedient Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Metall-, Holz- und Papierindustrie, Bergbau, Öl- und Gasindustrie, Versorgungswirtschaft, Bankwesen, Versicherungen, die gesamte Konsumgüterindustrie, aber auch die Fertigungsindustrie (etwa Luft- und Raumfahrt, Automobile, Hightech- und Elektro, Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau).
 

Ebenfalls ist der Softwarekonzern in der Dienstleistungsbranche stark aufgestellt und bietet Lösungen für Fluggesellschaften, Bauwirtschaft, Anlagen- und Schiffbau, Medien, Unterhaltung, Telekommunikation und mehr. Zudem helfen SAP-Produkte in der öffentlichen Verwaltung und im öffentlichen Dienst. Durch diese breite Aufstellung ist SAP nie von einzelnen Branchen abhängig und schon daher relativ krisenfest.
 

Analysen zur Aktie

Baader Bank, Barclays, Berenberg, Bernstein, Citigroup, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, DZ Bank, Goldman Sachs, HSBC, Kepler Cheuvreux, Independent Research, JPMorgan, Merrill Lynch, Morgan Stanley, NordLB, Normura, RBC Capital, S&P Global, Société Générale, UBS und Warburg Research haben das Wertpapier der SAP SE seit Anfang 2017 analysiert.

Von den 23 Analysten votierten 17 mit „kaufen/overweight/outperform oder conviction buy“, sechs stuften das Wertpapier mit „halten/hold/neutral und sector perfom“ ein.

Die Kursziele liegen im Tief bei 90,00 Euro (Kepler Cheuvreux vom 22.05.2017 und Nomura vom 25.01.2017) und im Hoch bei 111,00 Euro (Société Générale vom 05.07.2017). Aus den 23 Analysen aus dem Jahr 2017 errechnet sich ein Durchschnittskursziel von 99,77 Euro.

Die Aktie von SAP ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Schlusskurs von 91,36 Euro aus dem Xetra-Handel. Demnach könnte hier noch Potenzial bestehen.
 

Die Aktie und ihre Aktionärsstruktur

Der Börsengang von SAP erfolgte am 04.11.1988. Insgesamt befinden sich rund 1,229 Mrd. nennwertlose Stammaktien im Umlauf. Der Freefloat beträgt 79 Prozent. SAP-Investoren kommen zu 15 Prozent aus Nordamerika, zu 8 Prozent aus Deutschland, zu 17 Prozent aus Großbritannien und Irland, zu 14 Prozent aus dem restlichen Europa und zu zwei Prozent aus dem Rest der Welt. Hinzu kommen 22 Prozent nicht identifizierbare Privataktionäre und 20 Prozent sind den SAP-Gründern zuzuschreiben. Die SAP SE selbst hält 2 Prozent firmeneigene Aktien. Der Anteil institutioneller Investoren lag zum Jahresende 2016 bei 56 Prozent.
 

SAP-Aktien - Langfristig ein Volltreffer

SAP-Aktionäre werden seit langem auch in Form von Dividenden am Erfolg des Unternehmens beteiligt. In den letzten zehn Jahren stieg die Dividende von 0,46 Euro pro Anteilsschein auf 1,15 Euro im Jahr 2016 und für 2017 werden voraussichtlich 1,25 Euro ausgeschüttet. Damit hat sich die Dividende mehr als verdoppelt. Langfristig betrachtet haben sich Investitionen in SAP-Aktien also rentiert.

Wer zum Beispiel zum Jahresende 2016 Bilanz zog und SAP-Aktien im Depot hatte, konnte bei einer einjährigen Haltedauer auf 14,7 Prozent Rendite, bei einer fünfjährigen auf 17,3 Prozent Rendite und bei einer zehnjährigen auf eine Rendite von 9,2 Prozent blicken. Vergleicht man diese Performance mit dem DAX, kann man die SAP-Aktie als Outperformer identifizieren.
 

Der Markt bewertet die SAP SE derzeit mit 112,24 Mrd. Euro. Die Aktie kostete in den letzten 52 Wochen 96,38 Euro im Hoch und 70,25 Euro im Tief. Der Durchschnittskurs der letzten 250 Tage lag bei rund 85,00 Euro.

Auf Sicht von fünf Jahren lag die Performance bei rund 93 Prozent. Damit wurde der Benchmark-Index DAX, der im gleichen Zeitraum ein Plus von 97 Prozent vorweisen kann, von der Aktie nicht geschlagen. 2016 sah dies noch anders aus.


Fundamentaldaten zur Aktie der SAP SE

Für das Geschäftsjahr 2016 (bilanziert wird bei der SAP SE zum 31.12. gemäß IFRS in Euro (EUR)) wies der Konzern einen Umsatz in Höhe von 22,1 Mrd. Euro aus (2015: 20,8 Mrd. Euro; 2014: 17,6 Mrd. Euro; 2013: 16,8 Mrd. Euro; 2012: 16,2 Mrd. Euro). Der Umsatz ist demnach konsequent in den letzten Jahren angestiegen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag bei 4,9 Mrd. Euro (2015: 4,0 Mrd. Euro; 2014: 4,4 Mrd. Euro; 2013: 4,4 Mrd. Euro; 2012: 3,8 Mrd. Euro). Das Zinsergebnis lag bei einem Minus von 38,0 Mio. Euro. Als Jahresüberschuss wurden für 2016 3,6 Mrd. Euro ausgewiesen (2015: 3,1 Mrd. Euro; 2014: 3,3 Mrd. Euro; 2013: 3,3 Mrd. Euro; 2012: 2,8 Mrd. Euro). Das Nettoergebnis je Aktie lag bei 3,04 Euro.

Für 2016 wurde eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie gezahlt. Die Ausschüttungssumme betrug 2016 1,5 Mrd. Euro und somit weniger als die Hälfte des Jahresüberschusses. Im Geschäftsjahr 2016 beschäftigte das Unternehmen gemäß Bilanz 84.183 Mitarbeiter.

An liquiden Mitteln wurden für 2016 3,7 Mrd. Euro erklärt, das wirtschaftliche Eigenkapital ist mit 26,4 Mrd. Euro angesetzt, das gezeichnete Kapital wird mit 1,2 Mrd. Euro angesetzt und die Verbindlichkeiten werden mit 17,9 Mrd. Euro ausgewiesen. Die Bilanzsumme liegt bei 44,3 Mrd. Euro und die Eigenkapitalquote betrug für 2016 59,62 Prozent.

In den Bilanzprognosen für 2017 und 2018 werden Umsätze in Höhe von 23,83 Mrd. und 25,47 Mrd. Euro angeführt. Das EBIT soll 2017 7,04 Mrd. Euro betragen, 2018 sollen es 8,38 Mrd. Euro sein. Der Gewinn je Aktie könnte 2017 demnach bei 4,23 Euro liegen und sich 2018 auf 4,63 Euro steigern. Die Dividende könnte 2017 bei 1,35 Euro je Aktie liegen und sich 2018 auf 1,50 Euro erhöhen.

Der Cashflow je Aktie könnte 2017 bei 4,29 Euro liegen und sich 2018 auf 4,86 Euro einpendeln. Das Nettovermögen je Aktie sollte sich 2017 bei 23,80 Euro und 2018 bei 26,34 Euro befinden. Für 2017 könnte die Nettoverschuldung bei 1,59 Mrd. Euro liegen und sich 2018 in einen Nettogeldbestand von 1,04 Mrd. Euro wandeln.
 

Die SAP SE veröffentlicht am 20.07.2017 die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2017. Am 19.10.2017 werden die Quartalsergebnisse für das dritte Quartal 2017 publiziert.
 

Aktie: SAP SE(EUR)

In den vergangenen fünf Handelsjahren konnte sich die Aktie von SAP recht gut entwickeln. Von rund 55,00 Euro ging es zwischenzeitlich hinauf bis auf mehr als 107,50 Euro – das entspricht einer knappen Verdoppelung. Auffallend ist, dass sich der Wert von Anfang 2013 bis Mitte 2016 prinzipiell seitwärts bewegt und die Kern-Aufwärtsbewegungen in nur wenigen Monaten stattgefunden haben.

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Die Grenzen der Seitwärtszonen liegen in den Bereichen 65,00 bis 70,00 Euro und 80,00 bis 85,00 Euro. Ende 2016 beziehungsweise im ersten Quartal dieses Jahres gelang dem Wert ein anhaltender Ausbruch und es wurden neue Höhen erreicht. Der Schlusskurs der letzten Handelswoche liegt im Bereich von rund 105,00 Euro. Die Aktie befindet sich derzeit in einem recht sauberen Aufwärtstrend.

Dieser könnte sich in den kommenden Tagen und Wochen durchaus fortsetzen. Mit Blick auf das große Bild wären Kurse bis hinab zur markanten Unterstützung von rund 91,00 Euro charttechnisch noch im Aufwärtstrend. Es wäre also definitiv eine Überlegung wert, den Wert zu kaufen und neue Hochs als Ziel anzunehmen.

Ein mögliches Szenario wäre der Kauf im aktuellen kleinen Konsolidierungsbereich um die Marke von 105,00 Euro. Ein weiteres eventuelles Szenario wäre ein Kauf nach einem Absacken der Kurse an die Unterstützung von 97,00 Euro.
 

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