26.01.2012

ING Diba: Deutsche auch in der Krise Weltmeister im Geldhorten

Die Finanzkrise hat für 54 Prozent der Deutschen keine finanziellen Auswirkungen, dennoch bleibt das Sparen für Notzeiten Sparziel Nummer eins der Deutschen. Die Sparer in Italien, Spanien und Rumänien trifft die Finanzkrise in Europa am härtesten, wie eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens TNS von über 18.000 Menschen in 19 Ländern zeigt. „In der Tradition des Sparschweins, des Sparstrumpfs und des Geldes unter der Matratze sind die Deutschen Weltmeister im Geldhorten“, kommentiert Roland Boekhout, Vorstandsvorsitzender der ING-DiBa zusammenfassend die Ergebnisse der Sparstudie.

Deutsche im europäischen Vergleich Krisengewinner
Von den 1.000 befragten Deutschen gaben lediglich 9 Prozent an, direkt oder indirekt von Arbeitslosigkeit oder Gehaltskürzungen betroffen zu sein. In keinem anderen Land war der Wert so niedrig. 32 Prozent der Bundesbürger machen schneller als das Einkommen steigende Preise dafür verantwortlich, dass sich ihre finanzielle Situation zuletzt verschlechtert hat. In Frankreich (56 Prozent), Italien (55 Prozent) und der Slowakei (51 Prozent) fühlen sich sogar mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Inflation betroffen. Arbeitslosigkeit trifft nach eigener Aussage insbesondere Spanier und Rumänen. In China und Indien profitieren hingegen viele Menschen vom asiatischen Aufschwung. Die finanzielle Situation hat sich dort für 25 bzw. 27 Prozent der Befragten verbessert.

Finanzkrise wirkt sich in vielen Ländern auf Sparverhalten aus
Die Auswirkungen der Finanzkrise haben auch Einfluss auf das Sparverhalten. In den meisten Ländern können Großteile der Bevölkerung krisenbedingt weniger Geld zur Seite legen. 64 Prozent der Italiener und Spanier sparen weniger als noch zu Beginn der Finanzkrise. In Deutschland sind es lediglich 34 Prozent der Befragten. Dagegen hat sich das Sparverhalten bei 51 Prozent nicht verändert und 15 Prozent der Deutschen sparen sogar mehr.

„Angstsparen“ spielt bei Deutschen noch immer eine Rolle
Für 62 Prozent der Deutschen dient Sparen dem Ziel, Notreserven für unerwartete Ausgaben zu bilden. Lediglich die Hälfte der Bevölkerung spart für größere Anschaffungen an und 42 Prozent haben den nächsten Urlaub im Blick. „Das sogenannte Angstsparen spielt noch immer eine große Rolle, die Deutschen hüten ihre Ersparnisse wie einen Augapfel. Ersparnisse werden nicht schnell verprasst, sondern liegen auf der hohen Kante für schlechte Zeiten“, sagt Carsten Brzeski, Senior Economist der ING-DiBa. Spitzenreiter sind bei diesem Ziel jedoch die Luxemburger mit 78 Prozent, genauso wie beim Sparen auf den nächsten Urlaub, das 49 Prozent der Luxemburger als Ziel erklären. Für große Anschaffungen sparen am häufigsten die Holländer (54 Prozent). Es gibt in allen Nationen aber auch Menschen, denen am Monatsende nicht genügend Geld zum Sparen bleibt. In Deutschland gaben 14 Prozent der Befragten an, nicht sparen zu können.

32 Prozent der Deutschen und US-Amerikaner „hocken“ auf ihrem Ersparten
32 Prozent der befragten Deutschen gaben an, ihr Erspartes in den kommenden 12 Monaten nicht anrühren zu wollen. International der Spitzenwert, der auch in den USA erreicht wurde. Dort gaben zudem 29 Prozent an, Ersparnisse zum Schuldenabbau nutzen zu wollen. Für Konsumausgaben planen 23 Prozent der Deutschen auf ihr Erspartes zurückgreifen, bei Urlaubsausgaben sogar 39 Prozent der Bevölkerung. „Man gönnt sich wieder was“, sagt Carsten Brzeski. „Wenn es doch mal an das Ersparte gehen soll, dann nur für die Ferien oder teure Produkte wie Autos. Es bleibt dabei: Die deutsche Liebe für Autos kennt (fast) keine Grenzen. Nicht mal finanzielle.“

Studiendesign
  • Methode: Weltweite Online-Untersuchung von TNS in 19 verschiedenen Ländern, in denen ING Retail oder ING Direct Banking vertreten sind.
  • Befragte: Finanzielle Entscheider ab 18 Jahren in 19 verschiedenen Ländern. Alle Länder repräsentativ nach Geschlecht und Alter. Pro Land 1.000 Befragte (in der Slowakei 500, in China 910, Thailand 922, Kanada 988, Indien 1.007, Luxemburg 1.008 und in den Niederlanden 1.013), insgesamt n=18.348.


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