23.01.2012

FXCM Wochenausblick: US-Dollar ist möglicherweise am Scheideweg, da der Euro eine Wende nimmt

Grundsätzlicher Ausblick für den US-Dollar: Bullish

US-Dollar Chart US-Dollar Chart

  • US-Dollar-Index hat Unterstützung im Visier, Ausblick für den Euro bleibt bearish
  • Europäische Währungen erleichtern Gewinne, nächste Schritte unklar
  • Allgemeines technisches Bild deutet auf einen Aufwärtstrend des USD hin

Der US-Dollar (Ticker: USDOLLAR) befand sich fünf Handelstage in Folge auf Talfahrt. Er musste einen Schlag hinnehmen, da Händler sich wahrscheinlich eines Großteils ihrer spekulativen USD-Longpositionen entledigten. Der Euro wies gegenüber dem Greenback schließlich anhaltende Zeichen von Leben auf und wir sind der Meinung, dass er eine wichtige kurzfristige Untergrenze gezogen haben könnte. Es wird jedoch entscheidend sein, die wichtigen Events in den USA und ihre Auswirkungen auf den ansonsten wieder auflebenden US-Dollar zu beobachten.

Der EUR/USD-Kurs steht derzeit ein wenig am Scheideweg, weshalb es wichtig sein wird, in den kommenden Tagen die Finanzmärkte zu beobachten, um zu entscheiden, ob ein Durchbruch oder ein Zusammenbruch wahrscheinlicher ist. Zum Beginn des diesjährigen Handels beförderten die Händler den US-Dollar gegenüber dem Euro zunächst in die Höhe – die kürzlich erfolgte Trendumkehr führte jedoch dazu, dass der Wechselkurs nahezu auf dem gleichen niedrigen Niveau liegt wie im Vorjahr.

Alle Augen richten sich nun auf den wegweisenden politischen Entscheid der Federal Reserve am kommenden Mittwoch sowie auf die zum Ende der Woche angekündigten Wachstumsdaten zum US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Federal Reserve Änderungen bei den Zinssätzen oder der Währungspolitik vornehmen wird. Sie wird jedoch ein recht bedeutsames neues Werkzeug aus ihrem Arsenal vorstellen: die Zinsprognosen. Die stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktausschusses des Federal Reserve Board (US Federal Open Market Committee, FOMC) werden darstellen, wann sie im Zeitraum bis 2016 Zinssatzerhöhungen erwarten. Damit möchten sie einen präziseren Ausblick geben, so dass die Märkte den Zeitpunkt ihrer nächsten Schritte genauer vorhersagen können. Es ist schwierig zu prognostizieren, was in diesen Berichten dargestellt wird und es ist sogar noch schwieriger zu sagen, wie die Märkte darauf reagieren werden. Aber wir glauben, dass es eine recht bedeutungsvolle Auswirkung auf den US-Dollar, den US S&P 500 und andere wichtige Anlageklassen haben könnte.

Ansonsten werden sich die Märkte die zum Ende der Woche erwarteten Wachstumsdaten zum US-amerikanischen BIP mit großem Interesse ansehen. Eine überraschend stabile Arbeitslosenquote hat die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum erhöht und Analysten geben an, dass die Wirtschaft so schnell gewachsen ist, wie es seit dem zweiten Quartal 2010 nicht mehr der Fall war. Wir gewinnen den Eindruck, dass derart hochfliegende Erwartungen jedoch auch viel Raum für mögliche Enttäuschungen lassen – man sollte daher damit rechnen, dass jeder große Fehler zu einem Ausverkauf auf den Märkten führen könnte. Der USD könnte einen sympathisierenden Rückgang (oder Gewinn) erfahren, sofern die Veröffentlichungen den Ausblick auf ein umfassenderes Wachstum in irgendeiner Weise beeinträchtigen.

Anderenfalls sollten die US-Dollar-Händler die Risikobereitschaft auf den Weltfinanzmärkten gut im Auge behalten. Der US-Dollar hat häufiger mit einer recht deutlichen Rally auf jeglichen plötzlichen Ausverkauf beim S&P 500 oder bei vergleichbaren „Risikobarometern“ reagiert. Der S&P scheint sich neuer Höchststände seit mehreren Monaten zu erfreuen und erfährt dabei nur sehr wenige Rückschläge. Doch deutet eine derart bemerkenswert konsistente Stärke auf das Risiko hin, dass die Märkte insgesamt zu selbstgefällig geworden sind.

Jüngste Daten aus dem Commitment of Traders-Bericht des CFTC zeigten, dass die Nettowerte der spekulativen Euro/US-Dollar-Futures-Positionen ihren offiziell pessimistischsten Wert erreicht haben. Mit anderen Worten befanden sich die dem Trend folgenden Spekulanten bei den höchsten USD-Verkaufspreisen der Geschichte. Schon seit einiger Zeit haben wir eine bemerkenswerte Rally zur Deckung von EUR/USD-Verkaufspositionen eingefordert. Tatsächlich scheint es so, als ob wir derzeit erleben, wie die Händler gerade einige dieser Positionen abstoßen. Doch der langfristigere Trend deutet auf weitere Verluste hin und man muss beobachten, ob die unerwartete Rally die Ausdauer hat, in der nächsten Woche anzuhalten.

Währungen neigen dazu, ihre Höchst- und Tiefststände des Monats in der ersten Handelswoche zu markieren. Somit bleibt der Widerstand des EUR/USD-Kurses bei der Marke von 1,3070-USD-Marke – für die Stärke des US-Dollars könnte das sehr entscheidend sein.


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