16.01.2012
FXCM Wochenausblick: US-Dollar - bei Einbrechen des Euro höchster Stand seit 12 Monaten möglich
Grundsätzlicher Ausblick für den US-Dollar: Bullish
Um es auf den Punkt zu bringen: Die derzeitige Rolle des US-Dollars auf dem Weltfinanzmarkt besteht darin, als letzter Ausweg für diejenigen zu dienen, die eine Safe-Hafen-Währung mit hoher Liquidität suchen. Eine sinkende Risikoneigung und eine Verschlechterung der üblichen Marktfunktion würden die idealen Voraussetzungen schaffen, um den Greenback noch weiter in die Höhe zu treiben. In diesem Fall könnten wir endlich beobachten, wie sich die passive Anziehungskraft des US-Dollars in der kommenden Woche zu einem echten Trend entwickelt, sofern die neuerliche Sorge um die Staatsschulden in der Euro-Zone auf die Entwicklung der zugrundeliegenden Risikoneigung übergreift. Bisher haben wir in diesem Jahr noch keine nennenswerte Belebung der Handelsaktivität erfahren - weder bullish noch bearish.
Zwischen schwindenden Aussichten für Wirtschaftsaktivität, Erträge und Finanzstabilität und der Hoffnung, dass die politischen Entscheidungsträger die Rechnung mit Konjunkturprogrammen begleichen werden, scheint die breite Menge eher abwartend zu reagieren anstatt Schuldenabbau en gros zu betreiben oder Positionen zu erwerben, die im Zusammenhang mit Rettungsaktionen angeboten werden. Dennoch ist es nur eine Frage der Zeit, wann dieser besonders gewaltige fundamentale Konflikt eine endgültige Richtung annimmt.
Angesichts dessen, dass der Markt bedauernswerterweise keine stetigen Erträge bieten kann und ständig neuen wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt ist, ist Angst das vorherrschende Gefühl. Was uns fehlt, um den Dollar anzutreiben und die Kapitalmärkte in Gang zu bringen, ist ein Auslöser, der einflussreich genug ist, um die breite Menge davon zu überzeugen, ihren komfortablen Tiefschlaf aufzugeben. Das Feuerwerk vom Freitag könnte den fehlenden Funken geliefert haben, der das spekulative Interesse wieder auf den Boden der grundlegenden Tatsachen zurückbringt.
Standard & Poor's (die Ratingagentur, die im vergangenen Jahr die Vereinigten Staaten von ihrer erstklassigen AAA-Bewertung herabstufte) veröffentlichte nach Marktschluss am Freitag eine Reihe von kritischen Herabstufungen in der Euro-Zone. Am härtesten traf es Frankreich und Österreich, die beide ihren AAA-Status verloren und mit negativen Zukunftsperspektiven zurückblieben (welche andeuten, dass eine weitere Herabstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % möglich ist).
Systemischer waren dagegen wohl die Herabsetzungen von Italien, Spanien und Portugal. Die portugiesischen Schulden haben demnach nun Junk-Status, und die Herabstufung Spaniens offenbart weiterhin die fehlende Transparenz hinsichtlich des Risikos, dem die Region ausgesetzt ist. Wie sowohl Standard & Poor's als auch Fitch behaupteten, sei jedoch Italien dem höchsten Risiko einer weiteren Marktverschlechterung ausgesetzt und stelle die größte Bedrohung dar, die schlimmste Finanzkrise der Welt zu verschärfen.
Als Hauptwährungspartner des Euro und als Währung mit der höchsten Liquidität weltweit könnte der Dollar erheblich von einer Kapitalflucht weg vom Euro profitieren. Um die optimistischen Ambitionen des Greenback jedoch wirklich zu verstärken, müssten sich die Euro-Ängste zu einer globalen Krise wandeln. Dies ist jedoch schwieriger zu bewerkstelligen. Trotz unseres düsteren Ausblicks konnten wir erleben, wie Aktien, Rohstoffe und hochverzinsliche Devisen in den vergangenen sechs Wochen höher tendierten.
So manch einer mag glauben, dass die ausbleibende Reaktion auf die Nachricht zum Ende des Handelsfreitags als Zeichen zu werten sei, dass das Ereignis bereits einkalkuliert war. Die Kapitalmärkte waren aber bereits geschlossen, als die Nachricht veröffentlicht wurde (der Devisenmarkt schloss unmittelbar danach) und die USA starteten in ein verlängertes Wochenende. Die vollen Auswirkungen dieses Ereignisses stehen uns noch bevor.
Wir wissen, dass sich Druck aufbauen wird, aber wir müssen auch die grundlegende Sperre berücksichtigen, welche die Panik bislang in Schach gehalten hat: den vorbehaltlosen Glauben an unbegrenzte Konjunkturprogramme. Auch hierzu hat S&P Stellung genommen: Der letzte EU-Gipfel hat nichts zur Bereinigung der neuerlichen Finanzprobleme beigetragen. Wenn die EU ihre eigenen Probleme nicht bewältigen kann, ist zu erwarten, dass die Federal Reserve reagieren wird, wenn die weltweite Angst die Überhand gewinnt, denn sie hat erst kürzlich eine optimistische Bewertung der ökonomischen Lage veröffentlicht.
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- Der Euro steht unter Druck und beim US-Dollar macht sich die Nachfrage nach Safe-Hafen-Währungen zum Ende der Woche bemerkbar
Um es auf den Punkt zu bringen: Die derzeitige Rolle des US-Dollars auf dem Weltfinanzmarkt besteht darin, als letzter Ausweg für diejenigen zu dienen, die eine Safe-Hafen-Währung mit hoher Liquidität suchen. Eine sinkende Risikoneigung und eine Verschlechterung der üblichen Marktfunktion würden die idealen Voraussetzungen schaffen, um den Greenback noch weiter in die Höhe zu treiben. In diesem Fall könnten wir endlich beobachten, wie sich die passive Anziehungskraft des US-Dollars in der kommenden Woche zu einem echten Trend entwickelt, sofern die neuerliche Sorge um die Staatsschulden in der Euro-Zone auf die Entwicklung der zugrundeliegenden Risikoneigung übergreift. Bisher haben wir in diesem Jahr noch keine nennenswerte Belebung der Handelsaktivität erfahren - weder bullish noch bearish.
Zwischen schwindenden Aussichten für Wirtschaftsaktivität, Erträge und Finanzstabilität und der Hoffnung, dass die politischen Entscheidungsträger die Rechnung mit Konjunkturprogrammen begleichen werden, scheint die breite Menge eher abwartend zu reagieren anstatt Schuldenabbau en gros zu betreiben oder Positionen zu erwerben, die im Zusammenhang mit Rettungsaktionen angeboten werden. Dennoch ist es nur eine Frage der Zeit, wann dieser besonders gewaltige fundamentale Konflikt eine endgültige Richtung annimmt.
Angesichts dessen, dass der Markt bedauernswerterweise keine stetigen Erträge bieten kann und ständig neuen wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt ist, ist Angst das vorherrschende Gefühl. Was uns fehlt, um den Dollar anzutreiben und die Kapitalmärkte in Gang zu bringen, ist ein Auslöser, der einflussreich genug ist, um die breite Menge davon zu überzeugen, ihren komfortablen Tiefschlaf aufzugeben. Das Feuerwerk vom Freitag könnte den fehlenden Funken geliefert haben, der das spekulative Interesse wieder auf den Boden der grundlegenden Tatsachen zurückbringt.
Standard & Poor's (die Ratingagentur, die im vergangenen Jahr die Vereinigten Staaten von ihrer erstklassigen AAA-Bewertung herabstufte) veröffentlichte nach Marktschluss am Freitag eine Reihe von kritischen Herabstufungen in der Euro-Zone. Am härtesten traf es Frankreich und Österreich, die beide ihren AAA-Status verloren und mit negativen Zukunftsperspektiven zurückblieben (welche andeuten, dass eine weitere Herabstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % möglich ist).
Systemischer waren dagegen wohl die Herabsetzungen von Italien, Spanien und Portugal. Die portugiesischen Schulden haben demnach nun Junk-Status, und die Herabstufung Spaniens offenbart weiterhin die fehlende Transparenz hinsichtlich des Risikos, dem die Region ausgesetzt ist. Wie sowohl Standard & Poor's als auch Fitch behaupteten, sei jedoch Italien dem höchsten Risiko einer weiteren Marktverschlechterung ausgesetzt und stelle die größte Bedrohung dar, die schlimmste Finanzkrise der Welt zu verschärfen.
Als Hauptwährungspartner des Euro und als Währung mit der höchsten Liquidität weltweit könnte der Dollar erheblich von einer Kapitalflucht weg vom Euro profitieren. Um die optimistischen Ambitionen des Greenback jedoch wirklich zu verstärken, müssten sich die Euro-Ängste zu einer globalen Krise wandeln. Dies ist jedoch schwieriger zu bewerkstelligen. Trotz unseres düsteren Ausblicks konnten wir erleben, wie Aktien, Rohstoffe und hochverzinsliche Devisen in den vergangenen sechs Wochen höher tendierten.
So manch einer mag glauben, dass die ausbleibende Reaktion auf die Nachricht zum Ende des Handelsfreitags als Zeichen zu werten sei, dass das Ereignis bereits einkalkuliert war. Die Kapitalmärkte waren aber bereits geschlossen, als die Nachricht veröffentlicht wurde (der Devisenmarkt schloss unmittelbar danach) und die USA starteten in ein verlängertes Wochenende. Die vollen Auswirkungen dieses Ereignisses stehen uns noch bevor.
Wir wissen, dass sich Druck aufbauen wird, aber wir müssen auch die grundlegende Sperre berücksichtigen, welche die Panik bislang in Schach gehalten hat: den vorbehaltlosen Glauben an unbegrenzte Konjunkturprogramme. Auch hierzu hat S&P Stellung genommen: Der letzte EU-Gipfel hat nichts zur Bereinigung der neuerlichen Finanzprobleme beigetragen. Wenn die EU ihre eigenen Probleme nicht bewältigen kann, ist zu erwarten, dass die Federal Reserve reagieren wird, wenn die weltweite Angst die Überhand gewinnt, denn sie hat erst kürzlich eine optimistische Bewertung der ökonomischen Lage veröffentlicht.
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