FXCM Marktkommentar: Zweifel an der Stärke des Yen

27.07.2010 - 

"Der Yen wird es schwer haben, auf Dauer stark zu bleiben", lautet die Einschätzung von Torsten Gellert, Managing Director von FXCM Deutschland. In den vergangenen drei Monaten konnte der japanische Yen um 7 Prozent gegenüber dem US-Dollar sowie um 13 Prozent gegenüber dem Euro zulegen. "Sollte der Yen jedoch weiter steigen, ist zu erwarten, dass die verbalen Äußerungen von Japans Offiziellen aggressiver werden, oder die Währungshüter sogar in den Markt eingreifen", sagt der Experte.

Grund ist die Sorge, dass ein zu starker Yen die japanische Exportindustrie schwächen könnte. So hat die Exportnation den Handelsbilanzüberschuss zwar im Juni auf 687 Milliarden Yen erhöht – eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 320,9 Milliarden im Vormonat. "Schaut man sich die Zahlen allerdings im Detail an, ist eine nachlassende Dynamik festzustellen", meint Gellert. Beispielsweise betrug das Exportplus im Vergleich zum Vorjahresmonat nur 27,7 Prozent.

Am kommenden Donnerstag wird der japanische Verbraucherpreisindex für Juni 2010 veröffentlicht. Gellert erläutert: "Sollte sich das Preisniveau negativ entwickeln, könnte das den Kurs des Yen belasten. Denn die japanische Notenbank würde möglicherweise eingreifen, um das Deflationsrisiko gering zu halten."

Bereits Mitte Juli hatte die japanische Notenbank auf ihrer Sitzung angedeutet, wie sie dem Abwärtstrend der japanischen Wirtschaft entgegenzusteuern versucht. Unter anderem soll ein drei Billionen Yen umfassendes Kredit-Programm helfen, die japanische Wirtschaft zu stärken und Deflationsrisiken zu minimieren.

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