20.07.2010

FXCM Marktkommentar: Schwäche der US-Wirtschaft lässt EUR/USD steigen

Das Augenmerk der Anleger richtet sich in dieser Woche mehr und mehr auf die Schwäche der US-amerikanischen Wirtschaft: "Zu erwarten ist, dass die schwachen Wirtschaftsdaten aus den USA derzeit im Wechselkurs EUR/USD verarbeitet werden", meint Torsten Gellert, Managing Director bei FXCM. "Die negativen Nachrichten von der europäischen Schuldenkrise scheinen dagegen im Euro-Kurs schon eingepreist zu sein."

Laut Gellert werden die Entwicklungen an den Währungsmärkten aktuell insbesondere durch die Risikoneigung der Anleger bestimmt: "Weitere Nachrichten, die die Stimmung am Markt beeinflussen, könnten aus Großbritannien kommen. Ende der Woche werden etwa die Zahlen zum britischen Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht. Sie bestimmen die Erwartungen der Anleger an die ökonomische Entwicklung der westlichen Staaten." Ob der Euro seine Rally gegenüber der US-amerikanischen Währung weiterhin fortsetzen kann, hänge zudem von den Ergebnissen der Stresstests der europäischen Banken am Freitag ab, so der Experte.

In der vergangenen Woche hatten die immer größer werdenden Sorgen um die US-amerikanische Wirtschaft die Euro-Rally gestützt. Die Gemeinschaftswährung konnte um knapp 5 Cent bis auf 1,30 US-Dollar zulegen. Gleichzeitig waren Zahlen zur US-Wirtschaft schwächer als erwartet ausgefallen: Der von der Uni Michigan ermittelte Index zum Konsumentenvertrauen lag deutlich unter den Schätzungen der Analysten. Auch die jährliche Inflationsrate für den Monat Juni fiel mit 1,1 Prozent niedriger als im Vormonat aus.

Für dieses Jahr wird daher nicht mehr mit einer Änderung des US-Leitzinses gerechnet. "Das belastet die US-Währung und lässt die Risikoaversion der Anleger steigen", meint Gellert. Unter dem allgemein nachlassenden Risikoappetit hatten in den vergangenen Tagen vor allem Rohstoffwährungen gelitten. So verloren der australische, neuseeländische und kanadische Dollar gegenüber den Reservewährungen US-Dollar, Euro und Yen.

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