20.01.2012
FXCM Marktkommentar: Britisches Pfund überschätzt
Falls die Inflation im Vereinigten Königreich weiter zurück gehen sollte, könnte die britische Notenbank ihr Quantitative Easing Programm ausweiten und die bisher festgelegte Grenze von 275 Milliarden Pfund für den Kauf von britischen Staatsanleihen erhöhen. Diese Grenze sollte im Laufe des Februars erreicht sein und Premier David Camerons Präferenz scheint festzustehen: Nicht zufällig trifft er heute Italiens Ministerpräsident Mario Monti, um die Wachstumsperspektiven Europas zu besprechen.
"Alle Zeichen sprechen für eine Ausweitung des britischen Quantitative Easing", sagt Torsten Gellert, Managing Director FXCM. Und weiter: "Das hätte Auswirkungen zulasten des britischen Pfundes." Derzeit stehe das britische Pfund gegenüber dem Euro hoch im Kurs. So ist 1 Euro momentan 0,836 britische Pfund wert. "Mittelfristig sehe ich einen schwächeren Sterling. Der Euro hat Aufwärtspotenzial - sogar über 0,85 hinaus", meint Torsten Gellert.
Die Marktteilnehmer blicken gespannt nach Großbritannien. Die Geldpolitik der Bank of England (BoE) war zuletzt wesentlich lockerer als die der Europäischen Zentralbank (EZB). "Obwohl die Inflationsrate Großbritanniens im November 2011 bei 4,8 Prozent lag, ist die britische Notenbank ruhig geblieben und hat die Leitzinsen nicht erhöht", so Gellert. Die BoE ging bereits bis zur Jahresmitte 2011 davon aus, dass die Inflation auch ohne Eingriffe der Notenbank wieder zurückgehe - und behielt anscheinend Recht. So lag die Inflation im Dezember bereits nur noch bei 4,2 Prozent. Die BoE visiert -wie auch die EZB für die Eurozone - eine Zielrate von 2 Prozent an.
Allerdings ist die lockere Geldpolitik in Großbritannien im Vergleich zur Eurozone leichter durchsetzbar. Denn die EZB muss erheblich mehr Länderinteressen unter einen Hut bringen. "In dieser Hinsicht ist die BoE flexibler als die EZB. Aber ich erwarte auch von der EZB, dass sie die Märkte wieder mit billigem Geld versorgen wird", so Gellert. In weiser Voraussicht habe die britische Notenbank beispielsweise auch prognostiziert, dass die Energiepreise nicht so drastisch ansteigen würden wie in den ersten Monaten des vergangenen Jahres, so der Experte.
Während die gesunkene Inflationsrate auf der britischen Insel für Zuversicht sorgt, geistert das europäische Ratinggespenst durch den Euroraum - zumindest über die Medien. Was ist in letzter Zeit nicht alles über die Ratingagenturen geschrieben worden. So kursieren Verschwörungstheorien. Hinter den Ratingagenturen stünden gar Personen, die "selbst Investmentfonds betreiben", zitiert die Financial Times Deutschland (FTD) den Chef der italienischen Finanzaufsicht, Giuseppe Vegas.
"Die jüngsten Herabstufungen von Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien sind zu Recht erfolgt. Denn die Verschuldungssituation bei gleichzeitiger Rezessionsgefahr sollte die Kreditgeber tatsächlich beunruhigen. Die Ratingagenturen haben ihre Berechnungsmodelle, die sie beibehalten haben", sagt Torsten Gellert, der das Problem benennt: "Die Gesetzgeber der jetzt betroffenen Länder haben selbst gewisse Ratinganforderungen in die Gesetzgebung aufgenommen. Das jetzt Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds ihre Länder-Exposures zurückfahren müssen, ist zwar ärgerlich, war aber wohl von denjenigen so gewollt, die sich jetzt darüber beschweren."
Der Markt zeigt sich trotz der Downgrades entspannt. Offenbar hatte er die schlechteren Bonitätsnoten der Länder bereits vor dem jüngsten Rating durch Standard & Poor's (S&P) eingepreist. Dies zeigt auch die heutige Auktion spanischer Staatsanleihen. Trotz der Herabstufung konnte Spanien für seine Staatspapiere ohne Probleme bei Investoren Geld einsammeln. Eine Auktion spülte heute 6,6 Milliarden Euro in die Staatskasse - anvisiert waren ursprünglich 4,5 Milliarden Euro.
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"Alle Zeichen sprechen für eine Ausweitung des britischen Quantitative Easing", sagt Torsten Gellert, Managing Director FXCM. Und weiter: "Das hätte Auswirkungen zulasten des britischen Pfundes." Derzeit stehe das britische Pfund gegenüber dem Euro hoch im Kurs. So ist 1 Euro momentan 0,836 britische Pfund wert. "Mittelfristig sehe ich einen schwächeren Sterling. Der Euro hat Aufwärtspotenzial - sogar über 0,85 hinaus", meint Torsten Gellert.
Die Marktteilnehmer blicken gespannt nach Großbritannien. Die Geldpolitik der Bank of England (BoE) war zuletzt wesentlich lockerer als die der Europäischen Zentralbank (EZB). "Obwohl die Inflationsrate Großbritanniens im November 2011 bei 4,8 Prozent lag, ist die britische Notenbank ruhig geblieben und hat die Leitzinsen nicht erhöht", so Gellert. Die BoE ging bereits bis zur Jahresmitte 2011 davon aus, dass die Inflation auch ohne Eingriffe der Notenbank wieder zurückgehe - und behielt anscheinend Recht. So lag die Inflation im Dezember bereits nur noch bei 4,2 Prozent. Die BoE visiert -wie auch die EZB für die Eurozone - eine Zielrate von 2 Prozent an.
Allerdings ist die lockere Geldpolitik in Großbritannien im Vergleich zur Eurozone leichter durchsetzbar. Denn die EZB muss erheblich mehr Länderinteressen unter einen Hut bringen. "In dieser Hinsicht ist die BoE flexibler als die EZB. Aber ich erwarte auch von der EZB, dass sie die Märkte wieder mit billigem Geld versorgen wird", so Gellert. In weiser Voraussicht habe die britische Notenbank beispielsweise auch prognostiziert, dass die Energiepreise nicht so drastisch ansteigen würden wie in den ersten Monaten des vergangenen Jahres, so der Experte.
Während die gesunkene Inflationsrate auf der britischen Insel für Zuversicht sorgt, geistert das europäische Ratinggespenst durch den Euroraum - zumindest über die Medien. Was ist in letzter Zeit nicht alles über die Ratingagenturen geschrieben worden. So kursieren Verschwörungstheorien. Hinter den Ratingagenturen stünden gar Personen, die "selbst Investmentfonds betreiben", zitiert die Financial Times Deutschland (FTD) den Chef der italienischen Finanzaufsicht, Giuseppe Vegas.
"Die jüngsten Herabstufungen von Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien sind zu Recht erfolgt. Denn die Verschuldungssituation bei gleichzeitiger Rezessionsgefahr sollte die Kreditgeber tatsächlich beunruhigen. Die Ratingagenturen haben ihre Berechnungsmodelle, die sie beibehalten haben", sagt Torsten Gellert, der das Problem benennt: "Die Gesetzgeber der jetzt betroffenen Länder haben selbst gewisse Ratinganforderungen in die Gesetzgebung aufgenommen. Das jetzt Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds ihre Länder-Exposures zurückfahren müssen, ist zwar ärgerlich, war aber wohl von denjenigen so gewollt, die sich jetzt darüber beschweren."
Der Markt zeigt sich trotz der Downgrades entspannt. Offenbar hatte er die schlechteren Bonitätsnoten der Länder bereits vor dem jüngsten Rating durch Standard & Poor's (S&P) eingepreist. Dies zeigt auch die heutige Auktion spanischer Staatsanleihen. Trotz der Herabstufung konnte Spanien für seine Staatspapiere ohne Probleme bei Investoren Geld einsammeln. Eine Auktion spülte heute 6,6 Milliarden Euro in die Staatskasse - anvisiert waren ursprünglich 4,5 Milliarden Euro.
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- FXCM Mobile Trading Station II
- FXCM Strategy Trader
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