28.03.2016

Interview mit Kourosh Khanloo, Geschäftsführer FXCM Deutschland

Khanloo, FXCM
Kourosh Khanloo

 

Broker-Test im Gespräch mit Kourosh Khanloo, Geschäftsführer von FXCM Deutschland, über die vor Kurzem veröffentlichte FXCM-Studie über die Qualität von Orderausführungen im Retail-Devisenmarkt und die Auswirkungen für Forex-Trader.

Herr Khanloo, Was sind die zentralen Erkenntnisse aus Ihrer Studie?

Wir haben eine Untersuchung zur Ausführungsqualität von Orders im Retail-Devisenhandel durchgeführt. Verglichen wurde dabei die Orderausführung über die FXCM-Handelsplattformen mit dem Interbanken- und Futures-Markt. Tatsächlich konnte FXCM in vielen Fällen seine Referenzmärkte schlagen. Der Interbanken- und Futures-Markt sind die Benchmarks im Devisenhandel.  Die Orderausführung war bei 91% aller Trades gleich oder besser im Vergleich zum Futures-Markt, bei 92% aller Trades im Vergleich zum Interbankenmarkt. Für unsere Kunden heißt dies, dass sie Geld sparen konnten.

Wie wirkt sich das auf die Preisgestaltung bei FXCM aus??

Bei dieser Frage ist zunächst einmal wichtig zu verstehen, dass auf den untersuchten FXCM-Handelsplattformen zwischen Price Making und Price Taking strikt getrennt wird. Unsere Liquiditätsanbieter können unseren Anlegern bessere Konditionen anbieten, weil sie nur als Price Maker agieren dürfen. Nur unsere Anleger können ihr Angebot als Price Taker annehmen. Ein Liquiditätsanbieter A kann über FXCM kein Angebot von Liquiditätsanbieter B annehmen. Das bewahrt unsere Liquiditätsanbieter davor, möglicherweise von größeren oder schnelleren Orders überrannt zu werden. Der Handel kann somit auf Basis von Preisqualität und Liquidität vorgenommen werden. Unsere Liquiditätsanbieter profitieren von dem für sie vorteilhafteren Handelsumfeld, unsere Anleger von attraktiveren Kursen.

Wie steht FXCM damit im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern da?

Unsere Untersuchung ergab, dass unsere Kunden bei FXCM häufig bessere Kurse bekamen als über andere Märkte. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass FXCM besser ist als andere Institutionen oder Handelsplattformen. Die anderen Marktteilnehmer und Plattformen - beispielsweise der Futures- und Interbankenmarkt, Hochfrequenzhändler und Banken – sind sehr wichtig für die Funktionalität des Devisenmarktes.

Die Liquiditätsanbieter können bei FXCM bessere Konditionen anbieten, entsteht daraus kein Nachteil für die Anleger?

Nein, denn ein Retailanleger hat andere Bedürfnisse als ein typischer professioneller Akteur am Futures- oder Interbankenmarkt. Ein Liquiditätsanbieter muss sich häufig um die Profitabilität von Trades sorgen, die in weniger als einer Sekunde abgewickelt werden. Das ist im Retailbereich anders. Selbst der schnellste Retail-Scalper ist um ein vielfaches langsamer beim Traden als ein Hochfrequenzhändler. Man kann dies gut mit einem Wettrennen zwischen einem Family-Van und einem Kampfjet vergleichen. Der Geschwindigkeitsvorteil der institutionellen Anbieter etwa auf dem Futures- oder Interbankenmarkt ist enorm, insofern profitieren die Anleger von den gemäßigteren Bedingungen auf den FXCM-Handelsplattformen.

Was ist die Botschaft für Anleger aus Ihrer Studie?

Die Anleger sollten sich gut über den Devisenhandel und seine Besonderheiten informieren. Wenn sich ein Anleger dafür entscheidet, über den Interbanken- oder Futures-Markt zu handeln – beides sehr wichtige Institutionen – sollten er jedoch wissen, dass er möglicherweise zu höheren Kursen handeln muss und mit weiteren Nachteilen aufgrund einer schlechteren Orderausführung konfrontiert werden kann. Spezialisierte Handelsplattformen wie FXCM können ein Handelsumfeld anbieten, in dem Anleger nicht mit institutionellen Investoren wie Banken oder Hochfrequenzhändlern konkurrieren müssen. Daraus resultieren auch die attraktiveren Kurse unterhalb des Marktniveaus.

Herr Khanloo, vielen Dank für das kurze, aber sehr interessante Interview!



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