29.01.2009Interview mit Patrick Hahn zum automatisierten HandelMünster - Der automatisierte Handel hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und dieser Trend wird wohl noch lange anhalten. Im professionellen Bereich, z.B. bei Hedgefonds oder Market Makern, sind automatische Handelssysteme schon seit vielen Jahren im Einsatz und garantieren hier rund um die Uhr eine Präsenz an den Märkten. Leistungsfähigere Hardware im Consumer-Bereich und moderene Handelsplattformen ermöglichen es auch dem Privatanleger, automatische Handelssysteme zu entwickeln und einzusetzen.Jan Mischok sprach mit Patrick Hahn, Deputy Director X-Trade Brokers, über die Chancen und Risiken des automatisierten Handels sowie die Möglichkeiten zur Entwicklung eigener Handelssysteme, den damit verbundenen Kosten und worauf Privatanleger achten sollten. ![]() Welche Vorteile bietet der automatisierte Handel?Patrick Hahn: "Ganz klar: Geringe Kosten, keine Finanzierungskosten und Kommissionen. Außerdem ist man mit dem automatisierten Handel rund um die Uhr am Markt. Ferner hält sich der Trader mit seiner Strategie absolut an die festgelegten Regeln. Nicht zuletzt spricht auch die Lebensqualität durch mehr Freizeit des Traders für den automatisierten Handel."Welche Chancen und welche Risiken bestehen beim automatisierten Handel?Patrick Hahn: "Der automatisierte Handel ermöglicht entsprechende Chancen, hat aber natürlich auch Risiken. Eine automatisierte Strategie muss dem aktuellen Börsenumfeld bei Bedarf immer angepasst werden, bzw. es muss das richtige System zur richtigen Zeit eingesetzt werden. Die Parameter müssen entsprechend eingestellt werden. Wer seine automatisierte Strategie dem Marktumfeld nicht anpasst, hat auch dementsprechende Verlust-Risiken.Ein Beispiel: Wer ein Breakout-System in einer Seitwärtsphase einsetzt, wird keine Gewinne generieren. Der Vorteil beim automatisierten Handel liegt aber ganz klar auf der Hand, da das System naturgemäß emotionslos, also eiskalt, ist und bei einer Stop-Marke sofort aussteigt und auch ganz klare Money-Managementregeln einhält." Wie können Privatanleger eigene Handelssystem entwickeln?Patrick Hahn: "Der Anleger hat die Möglichkeit sich seine Strategie in der MQL-Programmiersprache zu programmieren und sich das ganze selbst anzueignen. Aufgrund des geringen Kapitalaufwandes für die Programmierung einer eigenen Strategie, halte ich den Aufwand jedoch nicht für verhältnismäßig. Als Anleger sollte man aber auf die Seriosität der Programmierer achten und auf keinen Fall auf billige Auslands-Schnäppchen hereinfallen. Der Anleger sollte seine Strategie nur bei einem deutschen Anbieter programmieren lassen, der absolute Diskretion garantiert!Es gibt auch einige gute und bezahlbare profitable Handelssyteme, für die man eine Lizenz erwerben kann. Auf keinen Fall sollte der Anleger auf billige "Expert Advisor" hereinfallen die für 100 € - 200 € von ausländischen Anbietern offeriert werden. Diese Systeme vernichten am Ende nur Kapital. Wer ein gutes Handelssystem als bereits programmierten Expert Advisor sucht, sollte mindestens ab 400 € investieren, damit man ein profitables System bekommt. Ich empfehle zu diesem Thema auch die Internetseite www.meta-trader.de." Wieviel muss ein Privatanleger investieren, um ein automatisches Handelssystem entwickeln zu lassen?Patrick Hahn: "Ein Anleger hat die Möglichkeit seine eigene Strategie nach seinen eigenen Vorgaben programmieren zu lassen und muss hier mit einem Kapitalaufwand von ca. 1.000 € rechnen.Desweiteren hat der Anleger – wie bereits erwähnt – auch die Möglichkeit, ein schon entwickeltes Handelssystem, einen sogenannten Expert Advisor (abgekürzt EA) gegen eine Lizenzgebühr zu erwerben. Eine Auswahl von verschiedenen Handelssystemen wird auch in naher Zukunft in Deutschland angeboten." Welche Handelsplattform würden Sie empfehlen?Patrick Hahn: "Für den Privatanleger empfehle ich ganz klar den MetaTrader. Die Handelsplattform ist einfach in der Bedienung, zählt weltweit zu den besten und bietet die Möglichkeit des automatisierten Handels.Ich kann dem Anleger hier nur empfehlen sein Konto bei X-Trade Brokers Frankfurt zu eröffnen. Infos gibt es unter www.xtb.de. Hier erhält der Anleger einen deutschen Kundensupport und die deutsche Niederlassung ist BaFin reguliert." Wie sehen Sie die Entwicklung des automatisierten Handels?Patrick Hahn: "Der automatisierte Handel wird im Hinblick auf die Nutzung exorbitant nach oben schießen. Banken und professionelle Anleger traden schon seit langem nur über den automatisierten Handel. Warum sollte auch derjenige, der eine Strategie hat, diese nicht sofort automatisiert handeln? Gerade wenn die Umsetzung nur wenige Euro ausmacht, er dafür aber erheblich mehr an Lebensqualität erhält."Wie bewerten Sie die derzeitige Stimmung an den Börsen? Wie wird sich der Markt bis Jahresende Ihrer Meinung nach entwickeln?Patrick Hahn: "Meiner Meinung nach ist das derzeitige Börsenumfeld sehr angespannt und ich empfehle dem langfristigen Anleger sein Depot abzusichern und die Möglichkeit des Short-Sellings, also an fallenden Kursen zu profitieren, in Betracht zu ziehen. Da ich selbst ein CFD-Trader bin, der kurz bis mittelfristig handelt, ist es für mich nicht wesentlich, in welche Richtung sich der Markt bis Jahresende entwickelt. Für mich zählt nur, dass wir in 2009 eine hohe Vola haben und ich als CFD-Trader an diesen Schwankungen partizipieren kann."Herr Hahn, vielen Dank für das interessante Interview!Aktuelle Interviews
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