20.09.2011

Alternativen zum Schweizer Franken: Norwegische Krone (Teil 1 von 6)

Devisen Alarm
Wo liegen die Alternativen zum Schweizer Franken (CHF) am Devisenmarkt? In unserer 6-teiligen Serie machen wir auf weitere stabile und werthaltige Volkswirtschaften mit einem geringen Verschuldungsgrad aufmerksam. Diese Volkswirtschaften außerhalb der Euro-Zone mit ihren eigenen Landeswährungen sind Norwegen (Norwegische Krone - NOK), Schweden (Schwedische Krone - SEK), Kanada (Kanadische Dollar - CAD), Australien (Australische Dollar - AUD) sowie Neuseeland (Neuseeländische Dollar - NZD) und Singapur (Singapur-Dollar - SGD).

Hintergund zur veränderten Situation des Schweizer Franken:
Mit der Intervention der Schweizer Nationalbank (SNB) haben viele Investoren des Schweizer Franken (CHF) nicht in diesem Ausmaß gerechnet. Die SNB hat mit ihrem beschlossenen Mindestkursziel von EUR/CHF 1,20 (die SNB kauft demnach in großen Mengen die europäische Gemeinschaftswährung und verkauft somit Franken) das Aufwertungspotenzial des Schweizer Frankens begrenzt. Anleger, Hedgefonds und andere Beteiligte, die noch zu deutlich tieferen Kursverhältnissen bis hin zur Parität investiert waren bzw. jene, die Short-Positionen in EUR/CHF hatten, wurden von der Aktion der SNB kalt erwischt. Hier wurden gigantische Summen in kürzester Zeit verbrannt.

  Seit Ausbruch der Schuldenkrise in Europa wurde der Schweizer Franken zur Fluchtwährung und von den Kräften des Marktes dauerhaft zum "sicheren Hafen" erklärt. Die Intervention der Schweizer gilt als die seit langem größte Maßnahme einer Notenbank an den Devisenmärkten und bislang sieht es auch so aus, als wäre die Aktion von Erfolg gekrönt. Die SNB genießt zumindest derzeit den gehörigen Respekt der Devisenhändler und Spekulanten. Wer im derzeitigen Marktumfeld für Währungspaare auf das Erstarken des Franken spekuliert, dem ist nicht zu helfen. Da gibt es momentan interessantere Investitionsmöglichkeiten.


Norwegische Krone wertet nach SNB-Intervention stärker auf
Die Norwegische Krone (NOK) hat nach den Ereignissen aus Zürich stärker aufgewertet. Gegen den Euro gab sie zwischenzeitlich schon auf EUR/NOK 7,4867 mächtig Gas. Seinen Höchststand hatte EUR/NOK noch im Dezember 2008 bei Kursen um 9,9989 - die 10,00er-Marke wurde damals auch intraday nicht geknackt. Im Januar 2003 war die Norwegische Krone zuletzt so stark und notierte bei EUR/NOK 7,2147. Wenn man die historischen Kurse des Währungspaares EUR/CHF betrachtet und die Entwicklung und Schnelligkeit der Aufwertung des Frankens mit in die Beurteilung nimmt, so kann diese Rekordmarke schnell fallen und vom Markt für neutral erklärt werden.

  Dann gibt es auch charttechnisch betrachtet keine reellen Haltepunkte mehr. Die Flucht und die Flut in die Norwegische Krone hat schon begonnen - die Norwegische Zentralbank (Norges Bank) hat jetzt schon ein paar Aufgaben zu erledigen.

  Anhand der letzten Kursbewegungen der vergangenen Wochen sieht man deutlich, inwieweit der Markt die Reagibilität der Norges Bank testet. Auch am Dienstag, den 20.09.2011 steigt der Kurs von EUR/NOK relativ verdächtig schnell von Tiefs bei rund 7,7500 innerhalb von 30 Minuten auf über 7,7800. Nach weiteren 30 min steht man schon wieder bei rund 7,7600. Im Vergleich zu früheren Zeiten kehrt hier erhöhte Volatilität ein. Anleger und Interessierte seien zumindest gewarnt, dass man sich hier schnell die Finger verbrennen kann. Wem es hier jedoch langfristig auf Diversifikation in einem Währungsportfolio für ein mittleres bis größeres Vermögen geht (Vermögensschutz und Diversifikation vom Euro weg zu Gold, anderen Devisen und weiteren Sachwerten), dem sei die Norwegische Krone wärmstens empfohlen. Norwegen spricht da als Investment schon genug für sich.

Norwegische Krone als "Frankenersatz":
Wir befinden uns derzeit in einer Wirtschaftsperiode, die man auch als Währungskrieg beschreiben kann. Der Schauplatz ist die "Foreign Exchange" oder auch Forex (FX) genannt - der weltweite Devisenhandel. Ein Wettlauf der Abwertungen der Währungen starker Volkswirtschaften hat seinen Lauf genommen. Derzeit gibt es bereits so viele Währungen, die sehr niedrige Zinsen haben, so dass der sonst so für den Devisenhandel wichtige Zinsunterschied zwischen den Währungen nicht mehr die maßgebliche Intention der Anlegerschaft ist.

  Heute ist es die Sicherheit und die Prosperität einer Volkswirtschaft, die für eine stabile und wertvolle Währung steht - einem Staat mit geringer bis kaum einer Verschuldung. Hier steht Norwegen ganz vorne. Die Skandinavier haben so gut wie keine Schulden, in Oslo bilanziert man sogar Haushaltsüberschüsse durch den Außenhandel - der Treiber ist weiterhin Rohöl und Gas. Norwegen hat einen der größten Staatsfonds weltweit, den Norwegischen Ölfonds (Norwegian Government Pension Fund Global, der zweitgrößter Rentenfonds der Welt ist) und verfügt damit über gigantische Devisenreserven und weitere liquide Mittel. Norwegen verwaltet mit diesem "Investmentvehikel" mehr als 3000 Milliarden Kronen. Norwegens Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft fließen direkt in diesen Staatsfond hinein.

  Diese Faktoren sprechen nicht nur fundamental für eine weitere Aufwertung der Norwegischen Krone. Die Ängste durch die Euro-Schuldenkrise, die US-Schuldenkrise und die zusätzlichen Rezessionsängste befeuern die Flucht nach Norwegen zudem erheblich. Anleger sollten jedoch mit einer ruppigen Fahrt rechnen, die das Währungspaar EUR/NOK möglicherweise auf Mehrmonatssicht in Richtung der 8,00er-Marke zurückführen könnte!  


Was sagt die Charttechnik zum Währungspaar EUR/NOK?


Am Dienstag, den 20.09.2011, pendelte das Währungspaar EUR/NOK vom Tageshoch bei 7,7923 zum Tagestief von 7,7530. Zum Zeitpunkt der Chartanalyse (16:43 Uhr) lag der Wechselkurs bei 7,7604. EUR/NOK generiert im Monatschart Unterstützungen bei 7,5923, 7,4740 und 7,3150 sowie Widerstände bei 7,8696, 8,0286 und 8,1469. Mit einem RSI von 41,7535 Punkten handelt das Devisenpaar EUR/NOK im neutralen Bereich und dies auf Basis des Monatscharts. 

Währungsalternativen zum Schweizer Franken

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