Nickel
Schaut man nach Asien und besonders nach China, so sieht man die beeindruckenden Wachstumsraten der Wirtschaft. Asiatische Volkswirtschaften geben schier unaufhörlich Gas.
Wenn die Konjunktur läuft, so laufen auch die Industriemetalle gut - Nickel macht es ebenso vor. Gegen April/Mai 2007 noch über 50.000 US-Dollar die Tonne notierend, schmierte das Metall bis auf Kurse um 9.100 US-Dollar gegen Ende des Jahres 2008 ab. Industriemetalle sind jedoch ein Konjunkturindikator, so auch Nickel. Ab dem Januar 2009 ging es deshalb bereits stetig nach oben. Die Preise schrauben sich mittlerweile auf die Marke von 30.000 US-Dollar je Tonne heran.
Nickel: Geschichte und Verwendung
Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Nickel erst entdeckt. Zunächst dachte man noch es wäre ein nicht einschmelzbarer Bestandteil im Kupfererz. Nickel ist extrem korrosionsbeständig und behält noch bei den extremsten Temperaturen seine Festigkeit und Steifigkeit.
Als man diese Eigenschaften entdeckte, begann die "Karriere" des Industriemetalls Nickel. Schritt für Schritt entwickelte man die Veredelung mit Stahl durch Nickel, um auf diese Weise einen besonders starken und widerstandsfähigen Stahl herzustellen, der der Korrosion Widerstand bietet und für hohe Qualität bürgt. "Stainless Steel" ist heute der größte Bereich der Verwendung von Nickel.
Vom Begriff her ist die Bezeichnung "Nickel" durch den schwedischen Begriff "Kopparnickel" (Kupfernickel) entstanden. Dies ist die ursprüngliche Bezeichnung für Rotnickelkies, einem Erz. Nickel selbst ist ein silberweißes, gut verformbares Schwermetall. Nickel ist sehr resistent gegenüber Sauerstoff und Wasser, nichtoxidierenden Säuren und Alkalien. In der Natur kommt Nickel nicht gediegen vor – es ist in Erzen, wie Garnierit und Pentlandit und in geringeren Aufkommen auch in Rotnickelkies enthalten.
Die Nickelerze an sich sind meist arm an reinem Nickel und enthalten nebenbei Eisen, Kupfer und Kobalt. Die jeweiligen Bestandteile lassen sich nur aufwendig voneinander trennen. Durch diese aufwendigen Prozesse, wie Schmelzprozesse, Verblasung und Verschlackung und späterer Röstung und Reduktion mit Kohle entsteht erst Rohnickel.
Nickel: Produktion und Konsum
Nickel wird zu 29 % in Europa, 23 % in Amerika, 29 % in Asien, 11 % in Australien und 4 % in Afrika produziert. Die industrielle Verwendung liegt zu 65 % bei "Stainless Steel", 22 % werden für weitere Legierungen verwendet, 8 % für die Elektroindustrie bzw. Kathoden und Anoden und weitere Verwendungen und zu 5 %.
Der weltweite Abbau von Nickel erfolgt hauptsächlich in Russland, Australien, Kanada und Indonesien als Hauptabbauländer. Großer Player im Geschäft rund um Nickel ist z.B. das russische Unternehmen Norilsk Nickel. Die Nachfrage kommt zu einem großen Teil aus China. Generell sollte man sich vergleichend die Stahlbranche weltweit ansehen. Zieht der weltweite Stahlverbrauch an, so ziehen auch die Veredler, wie Nickel und Zink zunehmend an.
Bekannte Firmen rund um Nickel sind Allegiance Mining, Anglo American, ArcelorMittal, Barrick Gold, BHP Billiton, Glencore International, Ivanhoe Mines, Mitsui, Nippon Steel, North American Palladium, Rio Tinto, Sumitomo, Vale Inco, Xtrata und eben Norilsk Nickel. Ferner gibt es natürlich eine Reihe von Explorern, die einen Blick wert sind - die erfolgreichen davon werden meist eh von den Großen günstiger eingekauft.
So können Sie Nickel handeln
Das Industriemetall Nickel ist in verschiedenen Formen handelbar. Der Handel mit Nickel erfolgt am weltweit größten Handelsplatz für Metalle, nämlich über die London Metal Exchange (LME). Nickel-Futures werden außerdem an der OME (Osaka Mercantile Exchange) gehandelt.
Über die Börse oder aber auch außerbörslich sind eine Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten in den Rohstoff Nickel gegeben. Zahlreiche Institute geben Anlegern die Möglichkeit neben dem direkten Handel an den Warenterminbörsen auch in Form von Derivaten am Handel teilzunehmen. Dies kann z.B. über Zertifikate, Fonds oder CFDs stattfinden.
Handel mit Nickel - Besonderheiten
Indikator für die weitere Preisentwicklung können z.B. die täglich herausgegebenen Lagerbestände der LME-Lagerhäuser sein. Dieses Zahlenwerk gibt u.a. Aufschluss über die Warenbewegungen. Die Warenhäuser sind explizit für den jeweiligen Rohstoff lizenziert und reguliert. Die jeweiligen Statistiken über die Warenbewegungen erfolgen auf täglicher Basis, aber auch auf Wochen- und Monatsbasis. Bitte beachten Sie auch etwaige Daten, die Sie über die OME (Osaka Mercantile Exchange) oder die Metallbörse in Shanghai (China) oder weitere externe Quellen von Instituten und Verbänden erhalten können.
Kontraktspezifikationen von Nickel an der LME