30.06.2017

Interview mit Jan Jirsa, DEGIRO, über Handelsangebot, Einlagensicherung & Gebühren

Broker-Test.de im Interview mit Jan Jirsa, Country Manager DACH, beim Onlinebroker DEGIRO, über die Entwicklung seit dem Markteintritt in Deutschland, das Handelsangebot, Ordergebühren und Preistransparenz, die besondere Form der Einlagensicherung sowie die verschiedenen Anlegerprofile.

 

Jan Jirsa, DEGIRO
Jan Jirsa

Wie hat sich DEGIRO seit dem Markteintritt vor 3 Jahren in Deutschland entwickelt?

Wir können mit unserer Entwicklung seit dem Marktstart im Herbst 2014 sehr zufrieden sein. Deutschland ist mittlerweile nach den Niederlanden der zweitgrößte Markt für DEGIRO und wir haben allein im letzten Jahr unsere Kundenzahl in Deutschland verdoppelt. Dementsprechend entwickeln sich auch die Trade-Zahlen. Im Monat März konnte DEGIRO zum ersten Mal mehr Transaktionen als die Comdirect abwickeln.

Bei den wichtigsten Broker-Umfragen konnten wir im Jahr 2017 auch sehr gute Resultate erzielen. Zum Beispiel wurden wir bei der Wahl zum Broker des Jahres, durchgeführt von Brokerwahl.de, zum Daytradebroker des Jahres 2017 gewählt. Das zeigt, dass nicht nur das Wachstum stimmt, sondern dass auch unsere Kunden mit unserer Entwicklung zufrieden sind. Dennoch bleiben wir nicht stehen und werden unser Angebot auch im folgenden Jahr stetig verbessern.

Durch was zeichnet sich das Handelsangebot von DEGIRO besonders aus?

Das DEGIRO Handelsangebot zeichnet sich durch eine breite Palette an Börsenplätzen und Produkten aus. Bei DEGIRO kann an mehr als 60 Börsen weltweit gehandelt werden. Vor allem interessant dürfte für deutsche Anleger das Angebot an den US-Börsen sein. In den USA können Aktien noch günstiger als am deutschen Handelsplatz XETRA gehandelt werden.

Bei der Auswahl an Produktklassen sind dem Anleger auch keine Grenzen gesetzt. Neben Aktien und Zertifikaten können Kunden von DEGIRO Anleihen, Optionen, Futures, ETFs, Fonds und CFDs handeln. Für langfristige Anleger bieten wir mehr als 700 ETFs zum kostenlosen Handel an.

Stichwort Preistransparenz: Bei DEGIRO weiß der Kunde direkt bei Orderaufgabe, welche Ordergebühren auf ihn zukommen?

Ja. Im Gegensatz zu anderen Brokern steht bei DEGIRO die Preistransparenz an erster Stelle. Wenn zum Beispiel in unserem Preisverzeichnis zu lesen ist, dass eine Order am Handelsplatz XETRA 2€ + 0,008% des Handelsvolumens kostet, weiß der Kunde, dass er bei einem Kauf von 1000€ nur 2,08€ an DEGIRO zahlen wird. Diese Gebühr ist eine all-inclusive-Gebühr und beinhaltet alle Fremdgebühren.

Es gibt also bei DEGIRO sicherlich keine bösen Überraschungen für den Anleger bei den Ordergebühren. Bei anderen Brokern kann es jedoch vorkommen, dass mit einer Festgebühr geworben wird, die zusätzliche berechneten Fremdgebühren aber zum Schluss eine viel höhere Belastung ergeben.

Wie sieht das mit Transaktionen an ausländischen Börsenplätzen aus? Wie wird hier der Währungswechsel vorgenommen?

Kunden können bei DEGIRO natürlich Wertpapiere auch in Fremdwährungen handeln. Hier hat der Kunde 2 Möglichkeiten: er kann den Währungswechsel bei jeder Transaktion in einer Fremdwährung zum momentanen Wechselkurs automatisch durchführen lassen.
Alternativ kann der Kunde einen selbst gewählten Betrag von zum Beispiel EUR in USD wechseln und dann aus diesem USD-Guthaben handeln. Kunden, die regelmäßig US-Aktien handeln, ersparen sich dadurch den ständigen Währungswechsel.

Kann sich der Kunde aussuchen, ob er z.B. sein Depot mit Euro oder Schweizer Franken als Kontowährung führen möchte?

Der Kunde hat bei DEGIRO immer eine Basiswährung. Das ist die Währung, in welcher der Kunde Barmittel auf sein Depot überweist. Innerhalb des Depots können Währungswechsel in ungefähr 10 weiteren Währungen durchgeführt werden. Die wichtigsten davon sind USD, GBP und CHF. Das bedeutet, dass das DEGIRO Depot in mehreren Währungen geführt werden kann.

Eine Besonderheit ist bei DEGIRO ja die Einlagensicherung über einen Cashfund. Können Sie das unseren Lesern genauer erklären?

Bei DEGIRO werden alle Anlagen und Einlagen getrennt von DEGIRO gehalten. Alle Wertpapiere sind wie bei anderen Brokern Sondervermögen. Im Gegensatz zu Banken werden aber auch die Einlagen nicht in bar, sondern in einem Geldmarktfonds gehalten. Dieser Geldmarktfonds (Fundshare Cash Fund) hält die Einlagen der Kunden in Anleihen. Dadurch ist auch die Einlage jedes Kunden Sondervermögen. Für einen möglichen Ausfall an Wertpapieren im Geldmarktfonds gilt eine Garantie von 20.000€ je Kunde durch den niederländischen Staat.

Welche verschiedenen Kontomodelle bietet DEGIRO für verschiedene Anlegertypen und wie unterscheiden sich diese?

DEGIRO bietet Anlegern verschiedene Möglichkeiten. Unsere Standardprofile heißen BASIC, ACTIVE und TRADER. Mit einem BASIC-Profil beginnt jeder bei DEGIRO. Wenn ein Anleger Leerverkäufe durchführen will, mit Derivaten (Optionen, Futures) handeln will oder seine Wertpapiere beleihen möchte, bieten die Profile ACTIVE und TRADER ihm diese Möglichkeiten. Die Wahl der Profile bleibt dem Kunden überlassen und beinhaltet keine Preisunterschiede.

Zusätzlich gibt es bei DEGIRO auch ein Daytrader-Profil, bei welchem geringere Marginanforderungen für den kurzfristigen Intraday-Handel gestellt werden.

Was können Trader in diesem Jahr bzw. darüber hinaus noch von DEGIRO erwarten?

In den letzten Tagen haben wir einen deutschsprachigen Newsfeed in unserem Webtrader hinzugefügt, damit Anleger auch direkt bei uns über die neuesten Entwicklungen im Markt informiert werden.

In den nächsten Wochen planen wir noch die Trailing-Stop Order im Handelssystem hinzuzufügen, um die Möglichkeiten bei Orderaufgabe noch flexibler zu machen. Zum Ende des Jahres hin wollen wir einige unserer kostenlos handelbaren ETFs auch als Sparpläne verfügbar machen.

Zum Schluss eine Frage zu den Märkten: Wie sehen Sie die Entwicklung von DAX, EUR/USD und Gold in den nächsten Monaten?

Im Moment ist es sehr schwierig eine Aussage zu treffen. Auf Grund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Europa erwarte ich, dass der DAX am Ende des Jahres höher stehen wird als zum jetzigen Zeitpunkt.

Durch den erwarteten Stopp des QE-Programms der EZB am Ende des Jahres sehe ich einen gegenüber dem Dollar steigenden Euro. Den Goldpreis erwarte ich mittelfristig nicht höher als zum jetzigen Zeitpunkt.

Vielen Dank für das Gespräch



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