USA planen stärkere Regulierung der Finanzmärkte
02.06.2010 -
George Techetvertakov, Head of Market Research beim Forex-Broker Alpari in London, einem der weltweit führenden Anbieter von Technologien und Services im Bereich Devisenhandel, sieht die US-amerikanischen Pläne für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte eher kritisch."Die Pläne der US Regierung, die Finanzmärkte deutlich strikter zu regulieren, könnte den erwarteten von Banken geführten Aufschwung wieder gefährden. Nach den jüngsten negativen Wirtschaftsnachrichten aus Europa machen sich Händler in den USA nun verständlicherweise Sorgen über die Zukunft ihrer Branche. Im Zusammenspiel mit dem Risiko von Kreditausfällen und der Furcht vor Zahlungsunfähigkeit ist dies ein weiterer Faktor, der spekulatives Verhalten fördert und so zu höherer Volatilität in den meisten Vermögensarten führt."
Die USA planen eine umfassende Finanzmarktreform. Das Regelwerk, das eine schärfere Kontrolle von Großbanken, Hedgefonds, Finanzderivaten und Ratingagenturen vorsehe, sei stolze 1.500 Seiten stark und solle noch im Juni von Präsident Obama unterzeichnet werden.
Im Focus des Werkes stehen wohl die Abwicklung von angeschlagenen Banken sowie die Gründung einer amerikanischen Verbraucherschutzzentrale. Entscheidende Veränderungen werden auch im Handel mit Derivaten erwartet. Die meist außerbörslich gehandelten Finanzinstrumente sollen künftig über eine zentrale Stelle abgewickelt werden und damit deutlich transparenter werden.
Banken könnten dadurch in Zukunft zurückhaltender bei der Kreditvergabe sein, weil eventuelle Ausfälle nicht mehr so schnell durch den Eigenhandel kompensiert werden könnten. Wenn es zu diesem Szenario kommt, könnte dem noch recht schwachen amerikanischen Wirtschaftswachstum die Puste ausgehen.
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